Politik und Verband kämpfen für Güterverladestation

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Raimo Benger, Peter Winters, Marcel Schäfer und Gordan Dudas (von links) erörterten die Perspektiven der Güterverladestelle Krummenerl.

Krummenerl - Zu einem Ortstermin an der Güterverladestation Krummenerl trafen sich jetzt der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas und Raimo Benger vom Bau- und Rohstoffverband vero.

Dass die DB Cargo AG sich Ende dieses Monats dazu entschließt, ihre Bedienung der Verladestelle Krummenerl aufzugeben (die MZ berichtete), scheint so gut wie sicher zu sein. Zu gering sei die Auslastung der Strecke durch den Transport von Gleisschotter im vergangenen Jahr gewesen. Dabei gibt es für die geringe Zahl der Zugbewegungen verschiedene Gründe. Um diese aus der Sicht des Steinbruchbetreibers zu erfahren, hatten sich Gordon Dudas und Raimo Benger am Samstag auf den Weg ins Listertal gemacht.

Beide erfuhren vom technischen Leiter des Basalt-AG-Steinbruchs Peter Winters und von seinem für die Bahnverladung in Krummenerl zuständigen Kollegen Marcel Schäfer interessante Fakten. So sei nach den Aufzeichnungen der Basalt AG das Transportvolumen im vergangenen Jahr deutlich unterdurchschnittlich im Vergleich mit den Vorjahren gewesen – nicht zuletzt wegen zahlreicher Streckensperrungen im Rahmen von Sanierungsarbeiten durch die Bahn. „Wir hatten vorher im dreijährigen Durchschnitt 40 000 Tonnen Gleisschotter, welcher über die Schiene transportiert wurde. In Spitzenjahren sogar rund 150 000 Tonnen“, sagte Peter Winters. Eine Menge, die auch für die Zukunft wieder gesichert erzielt werden könnte. Grund für die Zuversicht des Betriebsleiters ist zum einen „die hohe Qualität des Gleisschotters“ aus Krummenerl, zum anderen blickt man bei der Steinbruchleitung wegen der nunmehr möglichen Betriebserweiterung positiv nach vorne. Insgesamt, so sahen es auch Gordon Dudas und Raimo Benger, Anzeichen dafür, dass bei entsprechender Nachfrage nach Gleisschotter das Verladevolumen in Zukunft deutlich ansteigen könnte.

Um eine eventuell ebenfalls noch von der Bahn erwogene komplette Aufgabe der Verladestelle abzuwenden, will Dudas gemeinsam mit der Meinerzhagener SPD – aber auch mit den anderen im Rat vertretenen Parteien und dem Bürgermeister – die Bevölkerung zu einem „Bündnis für den Erhalt der Verladestelle Krummenerl“ aufrufen. Eine entsprechende Auftaktveranstaltung ist für Mittwoch, 29. Juni, geplant.

Bürgermeister bezieht MdB in Debatte ein

Unterdessen hat auch Bürgermeister Jan Nesselrath seine Absicht untermauert, die Verladestelle nicht ohne Gegenwehr aufgeben zu wollen. Wie es in einer Mitteilung aus dem Rathaus heißt, habe er nun mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Heider die „höchste politische Instanz“ eingeschaltet und ebenfalls ein Treffen vor Ort vereinbart. Nesselrath selbst kritisiert die Überlegungen der Deutschen Bahn als „gänzlich unverständlich“, da die regionale Infrastruktur von der Verladestelle eindeutig profitiere.

In einem ersten Telefonat mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten habe dieser zugesagt, sich vor Ort ein detaillierteres Bild machen und seine „Bemühungen um eine positive Lösung im Sinne der Stadt und der Region“ intensivieren zu wollen. „Es kann nicht sein, dass immense Investitionen, wirtschaftliche Interessen einer ganzen Region und der infrastrukturelle und umwelttechnische Konsens zugunsten interner Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen über Bord geworfen werden“, wird Jan Nesselrath zitiert. - jjh/zach

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