Listerradweg: Uferseite ist noch nicht vom Tisch

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Der Pfeil weist die Richtung: Ein Radweg ist (bislang) nur auf der Hunswinkel und Windebruch gegenüberliegenden Seite der Listertalsperre eingerichtet.

Hunswinkel - Der weiterhin ausstehende Radweg auf der Meinerzhagener Seite der Listertalsperre bleibt nicht nur für Politik und Verwaltung eine unendliche Geschichte.

In der Sitzung des Ausschusses für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt machte mit Nicole Mourmaux eine betroffene Anwohnerin ihrem Ärger über die Verzögerung Luft.

Mourmaux nutzte die Stunde der Öffentlichkeit, um auf die Notwendigkeit des Radweges hinzuweisen, der ihrer Meinung nach ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur in Hunswinkel und Windebruch wäre – wenn er denn realisiert würde. Allerdings gibt es kaum noch Hoffnung: Wie berichtet, scheitert das Projekt derzeit an der Weigerung von Anliegern, Teile ihrer Grundstücke für den Bau eines Radweges zur Verfügung zu stellen (MZ am 5. Oktober 2015). Besonders ärgerte die Anwohnerin jedoch die Aussage eines Vertreters des Landesbetriebs Straßen NRW, der selbst die Notwendigkeit eines sicheren Fußweges entlang der L 708 nicht eingesehen habe: Der schmale Randstreifen neben der Leitplanke könne zwar nicht genutzt werden, führe aber dazu, dass Fußgänger auf die Straße ausweichen müssten – und dies würde immerhin den Verkehr abbremsen. Nicole Mourmaux‘ Vorschlag daher: Die Anlage eines Fußwegs hinter der Leitplanke beziehungsweise die Reinigung des Randstreifens in Eigenarbeit, um eine provisorische Begehung zu ermöglichen.

Doch von dieser Eigenleistung riet Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck im Ausschuss ab: „Nichts hält so lange wie ein Provisorium!“, warnte er davor, dass der Landesbetrieb das Projekt dann langfristig aufschieben könnte. Stattdessen will er weiter in direkten Gesprächen mit Straßen.NRW eine Lösung für Radfahrer und Fußgänger erreichen – notfalls auch durch den Bau eines entsprechenden Weges an der Wasserlinie und nicht an der wasserabgewandten Seite. Und Tischbiereck machte keinen Hehl daraus, dass er sich auch persönlich über den fehlenden Radweg auf Meinerzhagener Seite ärgert, während auf Attendorner Stadtgebiet ein weitaus besseres Angebot vorgehalten werde. Matthias Scholand (CDU) bedauerte in diesem Zusammenhang einmal mehr den Austritt der Stadt aus dem Zweckverband Biggesee-Listersee. „Diese Entscheidung schadet uns an dieser Stelle mehr als sie uns nutzt“, ist sich Scholand sicher.

Dabei war das Thema Lister-Radweg nur ein Teil des Antrags der SPD-Fraktion, die die Erweiterung des Radwegenetzes in Meinerzhagen erreichen will. Nicht zuletzt die reaktivierte Bahnlinie sowie das Regionale-Projekt „Oben an der Volme“ wecke die Hoffnung, so die Sozialdemokraten, dass die Region für Radtouristen interessanter wird. Der Trend zu E-Bikes trage dazu bei, auch in bergigen Regionen radtouristisch unterwegs zu sein. Die SPD nennt in ihrem Antrag als besonders wünschenswerte Projekte:

- Den geplanten Bürgerradweg Hösinghausen-Blomberg und von dort nach Breddershaus/Hesselbecke,

- die Erweiterung des vorhandenen Radweges in Vorderhagen über Echternhagen nach Mühlhofe, um eine sicherere Radwegeführung in Richtung Attendorn fernab der Landesstraße 539 zu ermöglichen,

- den bereits thematisierten Bau des Listerradweges sowie

  - die Umsetzung der Pläne für den Volmetalradweg.

Einstimmig begrüßte der Ausschuss diesen Antrag, wenngleich Matthias Scholand ihn als „müßig“ betrachtete, da die Verwaltung ohnehin mit dem Ausbau des Radwegenetzes befasst sei. Auch Karl Hardenacke (Grüne) äußerte sich hinsichtlich der Zielsetzung des Antrags positiv, plädierte aber darüber hinaus dafür, die Alltagstauglichkeit von Radwegen im Blick zu haben – etwa hinsichtlich der offiziellen Radwege am Löher Weg und der Gerichtsstraße, an denen kein eigener Radweg ausgewiesen ist.

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