Besonderer Einblick

Olympische Spiele: Pauline Laufer ist „mittendrin“

Bei ihrem Aufenthalt in Rio traf Pauline Laufer auch den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes Alfons Hörmann.

Rio/Meinerzhagen -  Die Olympischen Spiele erlebt die Meinerzhagenerin Pauline Laufer derzeit hautnah.

Als eine von 50 Jugendlichen darf die 18-Jährige, die sich in der Heimat in Sachen Sport vielfältig engagiert, am Deutschen Olympischen Jugendlager (DOJL) teilnehmen.

Für come-on berichtet Pauline Laufer von ihren Erfahrungen in Brasilien bei Olympia.

„Was für eine Stadt! Voller Gegensätze, Lebensfreude und Olympia mitten drin. Das bedeutet viel Chaos, aber auch eine unglaubliche Stimmung. In der Volleyballarena zu sein, wenn Brasilien gewinnt und mit tausenden von Fahnen schwenkenden Menschen zu feiern, ist nur eine tolle Erfahrung, die ich in den letzten Tagen erlebt habe. Wir waren bei verschiedenen Wettkämpfen und haben die Deutsche Olympiamannschaft angefeuert. Da wir die gleiche Einkleidung wie die Sportler haben, werden wir oft gefragt ob wir Athleten sind oder ob man ein Foto machen kann. Aber auch ich habe schon Fotos mit besonderen Menschen gemacht. Zum Beispiel DOSB Präsident Alfons Hörmann oder der deutschen Springreiterequipe. Den Bundespräsidenten Joachim Gauk habe ich leider nicht nochmal treffen können, da er wegen gesundheitlicher Probleme gar nicht nach Rio reisen konnte. Stattdessen haben wir das Deutsche Haus besucht. Das ist ein Beachclub mit Pool und „all you can eat“. Mich hat jedoch vor allem gefreut, dass man sich hier ganz ungezwungen mit Sportlern unterhalten konnte.

Heute hat der Wecker um 6.30 Uhr geklingelt. Schnell fertig machen. Ich hatte Glück und hab eine der warmen Duschen erwischt. Gemeinsam frühstücken wir in der Schulmensa. Die bietet Platz für etwa 40 Personen und hat sogar eine Terrasse. Heute saßen wir draußen, obwohl es relativ kalt war und haben Besuch von kleinen Äffchen bekommen, die hier morgens mit ein paar Bananen gefüttert werden. Nach schnellem Zähneputzen ging’s schon los in eine Favela oder comunidade. Dort besuchen wir „Bola pra Frente“. Ein Sportprojekt, das von Jorginho gegründet wurde. Wir fahren oft mit der Metro und manchmal mit Kleinbussen zu den verschiedenen Orten. Ich muss sagen, ich bin sehr froh, dass ich meine Führerscheinprüfung nicht in Rio machen musste. Und das, obwohl im Moment lokale Ferien ausgerufen sind. Damit sich das Berufsverkehrs-Chaos in Grenzen hält.

Direkt nach der Ankunft auf dem Gelände und einer überschwänglichen Begrüßung der Jugendlichen, die uns vor zwei Tagen in unserer Unterkunft besucht haben, ging es auf einen Rundgang durch die Nachbarschaft. Das hat mich sehr an die Armenviertel im „kleinen Lord“ erinnert. Halb fertig gebaute Häuser mit Löchern in den Wänden, der Fluss voller Müll und Hunde, bei denen man die Rippen zählen kann. Überall in der Stadt sieht man diese Häuser, die aussehen wie bunte, übereinandergestapelte Schiffscontainer aus Stein, gebaut wo Platz ist. Natürlich ohne Baugenehmigung. Und das in einer Stadt, die ein Megaevent ausrichtet...

Verständigung auch ohne Sprache

Weiter ging es mit Spielen. Es ist so schön zu sehen, wie man sich ohne Sprache verständigen und miteinander Sport machen kann.

Mich hat es sehr überrascht, wie ordentlich und gepflegt die Kinder sind und auch wie respektvoll und offen sie mit uns und miteinander umgehen. Das ist bei uns in Deutschland auch nicht immer so ganz selbstverständlich.

Das Tolle und Einzigartige am Jugendlager ist, dass wir nicht nur die Wettkämpfe besuchen, sondern dass wir Projekte wie dieses besuchen und nicht wie Touristen nur die guten Seiten Rios sehen. Doch natürlich gibt es die auch und es ist auch schön, bei 25 Grad und leichtem Wind am Strand zu liegen und die Wintersonne zu genießen. Jetzt sind wir gerade auf dem Rückweg und stecken im Verkehr fest. Gleich machen wir uns fertig für einen weiteren Besuch im Deutschen Haus, wo wir hoffentlich Medaillen zu feiern haben.“

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