Islam in Meinerzhagen kein Unterrichtsfach

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An den weiterführenden Schulen in Meinerzhagen gibt es keinen Islamunterricht.

Meinerzhagen - In Nordrhein-Westfalen leben laut Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen fast 1,5 Millionen Muslime, darunter mehr als 349 000 Schülerinnen und Schüler.

An der Meinerzhagener Sekundarschule am Rothenstein kommen von insgesamt 276 Kindern und Jugendlichen 65 aus dem muslimischen Kulturkreis. Islamunterricht gibt es hier allerdings nicht. Und auch am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen wird dieses Fach nicht angeboten. Auf dem Bamberg werden zurzeit 72 Muslime unterrichtet, insgesamt sind dort 913 Schüler angemeldet.

Am 21. Dezember 2011 wurde das „Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach“ in NRW verabschiedet. „Schulen, die die organisatorischen Voraussetzungen erfüllen und die über die entsprechenden Lehrerinnen und Lehrer verfügen, können den islamischen Religionsunterricht anbieten. Zurzeit ist dies für die Primarstufe und für die Sekundarschule I möglich“, informiert die Landesregierung. Das Studienfach „Islamische Religionslehre“ zur Ausbildung der Lehrkräfte wird seit dem Wintersemester 2012/2013 von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster angeboten.

An der Sekundarschule sieht Rektorin Christiane Dickhut momentan keinen akuten Handlungsbedarf, was den Islamunterricht angeht. „Wir warten jetzt erst einmal ab und machen uns sachkundig. In einer der nächsten Schulleiter-Dienstbesprechungen erhoffen wir uns dann Infos zu diesem Thema von der Bezirksregierung. Viele beschäftigen sich augenblicklich mit dem Islamunterricht. Doch es wird vermutlich noch eine ganze Weile dauern, bis dieser Unterricht flächendeckend angeboten werden kann.“

Das sieht auch Aysel Tacke von der bald auslaufenden Städtischen Realschule so. Auch an ihrer Schule – die von 49 muslimischen Schülern besucht wird – ist kein Islamunterricht vorgesehen. Insgesamt gehen dort noch 273 Kinder zur Schule. Die Hauptschule wird ebenfalls aufgegeben. Hier liegt der Anteil der Muslime an den insgesamt noch 70 Schülern bei etwa 30 Prozent. Rektorin Petra Linge-Stühn erläutert, dass an der Genkeler Straße – wie an einigen anderen Meinerzhagener Schulen – allerdings „Herkunftssprachlicher Unterricht“ erteilt werde. Der orientiere sich an der Muttersprache, ersetze allerdings keinen Religionsunterricht.

Am Evangelischen Gymnasium gibt es den so genannten „konfessionellen Unterricht“, von dem sich die Schüler der unteren Klassen aus Glaubensgründen allerdings abmelden können. In der Oberstufe ist evangelische Religion dann Pflichtfach. Was den Islamunterricht angeht, vertritt Schulleiter Sven Dombrowski ganz die Ausrichtung, die die Landeskirche in Bielefeld vorgibt.

Die formulierte Dezernent Dr. Wolfram von Moritz auf Anfrage der MZ so: „Wir sind engagierte Befürworter des Islamunterrichts. Menschen müssen schließlich über ihre Religion Bescheid wissen.“ Sollte aus Meinerzhagen ein vom Gymnasium deutlich formuliertes Bedürfnis für die Einführung des Islamunterrichts eingehen, würde das Landeskirchenamt laut Dr. von Moritz aktiv werden.

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