Offene Nacht in der Jesus-Christus-Kirche

Viele Meinerzhagener waren zur „Nacht der offenen Kirche“ in die Jesus-Christus-Kirche gekommen. - Fotos: Goldbach

Meinerzhagen - Zu einer „Nacht der offenen Kirche“ hatte die evangelische Gemeinde von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag in die Jesus-Christus-Kirche eingeladen.

Viele Christen, evangelische, katholische und auch viele Menschen, die der Kirche durch ihren Austritt den Rücken gekehrt haben, folgten der Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde Meinerzhagen. Ein abwechslungsreiches Programm ließ den Abend wie im Flug vergehen.

„Die rote Beleuchtung in unserer Kirche symbolisiert an Pfingsten das Feuer und die Kraft des Heiligen Geistes“, rief Karl-Heinz Bartsch den Besuchern in Erinnerung und stellte ihnen das Programm vor, bei dem nach einem musikalischen Teil und einer Pause, eine Einladung zur Stärkung an einem kleinen Büfett folgte. „Wir möchten, dass sie dann in der Kirche umhergehen und sich miteinander unterhalten“, wünschte sich Bartsch von den Gästen. Als Abschluss wurde der Film „Wie im Himmel“ gezeigt.

Doch bevor die Besucher selbst mit Gesang den Abend gestalteten, spielten Silvia Michel auf der Flöte, Karolina Kemper-Kohlhase am E-Piano und Benjamin Tanzius an der Gitarre den ruhigen und einfühlsamen Canon in D von Johann Pachelbel. „Kumbayah, my Lord“ hieß es gemeinsam von Musikern und Gästen.

Ben Köster, der gerade ein Studium als Kirchenmusiker in Köln begonnen hat und in Meinerzhagen zu Besuch war, gab spontan die Einsätze in dem Kanon „Steht auf!“, der für einige der Frauen eine Erinnerung an den diesjährigen kubanischen Weltgebetstag der Frauen war.

Als Fürbitte kamen Gedanken von Hans-Dieter Hüsch zu Gehör. Pfarrer Klaus Kemper-Kohlhase zog Parallelen zwischen dem Wirken Jesu und dem Wirken des Chorleiters und ehemaligen Stardirigenten Daniel Daréus aus dem kleinen schwedischen Dorf Ljusåker in dem Film „Wie im Himmel“. „Jesus und Daniel Daréus kommen in die Welt der Dörfler. Sie sprechen die Menschen an, die einfache Leute sind und die nicht gedacht haben, dass das Leben ihnen mehr bereit hält, als ihre Arbeit. Jesus teilt sein Leben mit den Menschen und sie bekommen ein neues Lebensgefühl“, so Kemper-Kohlhase. „Im Film und bei Jesus werden die Menschen aus ihrer Enge herausgerissen.“

Mit dem temperamentvollen Werk Opus 37 Hornpipe von James Hook endete der erste Teil der Abends. Die Besucher nahmen Karl-Heinz Bartsch beim Wort und nutzten den ganzen Kirchenraum, um ihn zu erfassen aber auch, um mit anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Viele der Gäste blieben auch noch zum dritten Teil des Abends, der Filmvorführung. Die Geschichte in dem Film handelt von dem weltberühmte Dirigent Daniel Daréus, der von einem körperlichen Kollaps aus der vormals steilen, internationalen Karrierebahn geworfen wird. Er zieht sich in das Dorf seiner Kindheit in Nordschweden zurück. Dort lässt er sich überreden, den örtlichen Kirchenchor zu leiten und steckt tatsächlich nach und nach die Dorfbewohner, vor allem die Frauen, mit seiner musikalischen Begeisterung an.

Nach und nach erfährt Daniel so auch von den Sorgen und Nöten des bunt zusammengewürfelten Chors. Schließlich gelingt es ihm, das ganze Dorf mit seiner Begeisterung für die Musik anzustecken und den grauen Alltag vergessen zu machen. Mit einem Abendsegen endete die „Nacht der offenen Kirchen“ schließlich gegen Mitternacht.

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