Wiederaufnahme der Zuweisung

Quote wird nicht erfüllt – neue Flüchtlinge kommen

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Die Stadt hat auch in der Unterkunft an der Schlenker Straße Flüchtlinge einquartiert, die hier mit Ute Otto und Fady Salama vom Fachdienst Soziales sprechen.

Meinerzhagen - Die Bezirksregierung Arnsberg weist den Städten und Gemeinden seit Montag wieder Flüchtlinge zu. Das betrifft diesmal auch die Stadt Meinerzhagen.

„Die Erfüllungsquote von 110 NRW-Kommunen lag zum Stichtag 1. Juli bei unter 90 Prozent. Die Wiederaufnahme der Zuweisungen ist für eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge in NRW notwendig“, betont Regierungspräsidentin Diana Ewert. Meinerzhagen ist dann dabei, weil die Quote in der Volmestadt ebenfalls unterschritten wird, seit die Landes-Unterkunft in der Jugendherberge aufgelöst wurde. Bekanntlich wurden deren Bewohner auf das städtische Kontingent angerechnet.

Heinz-Gerd Maikranz ist Fachbereichsleiter Soziale Dienste bei der Stadt. Er berichtete am Dienstag: „Zurzeit sind in Meinerzhagen etwa 330 Flüchtlinge untergebracht, darunter 50 geduldete Personen. In der Spitze, Anfang dieses Jahres, waren es circa 370.“ In der vergangenen Woche führte Maikranz Gespräche mit zuständigen Mitarbeitern der Arnsberger Bezirksregierung. Dort wurde ihm mitgeteilt, dass die Stadt bis zum 30. September eine bestimmte Anzahl an Flüchtlingen zu übernehmen habe. Nach Absprache soll festgelegt werden, wie viele genau und über welchen Zeitraum.

Generell glaubt der Fachbereichsleiter für den Bereich Soziales, dass die Landes-Unterkünfte nun Zug um Zug aufgelöst werden. Auch nach Meinerzhagen werden deshalb vermehrt Flüchtlinge kommen. Das stellt die Stadt vor die Aufgabe, geeignete Unterkünfte zu finden. Deshalb sei man immer noch in Gesprächen über die Nutzung des Freizeithauses in Rinkscheid, das der Evangelischen Kirche gehört.

Zurzeit sind zahlreiche Quartiere in der Volmestadt mit Flüchtlingen belegt. Dazu gehören eine Wohnung in der Valberter Ebbeschule, der ehemalige Restaurantbereich in der Stadthalle, die Quartiere an der Immecker und Schlenker Straße, Wohnungen der Baugesellschaft und eine Wohnung in Haus Nordhelle. „Wir sind momentan dabei, die vorhandenen Unterkünfte zu ordnen“, teilte Maikranz mit. Das sei nicht immer ganz einfach, denn bei den Flüchtlingen gebe es eine gewisse Fluktuation.

Fakt ist jedoch, dass neue Menschen kommen werden, die Hilfe benötigen. Deshalb bittet Heinz-Gerd Maikranz: „Wer privat Wohnraum zur Verfügung stellen kann, möge sich bitte unter der Rufnummer 0 23 54/7 70 mit der Stadtverwaltung, Fachdienst Soziales, in Verbindung setzen.“

Dr. Christian Chmel-Menges ist Pressesprecher der Bezirksregierung. Er beleuchtet die Gesamtsituation im Land: „Die Anzahl der Menschen, die auf der Suche nach Asyl in Nordrhein-Westfalen ankommen, hat sich seit Anfang des Jahres rückläufig entwickelt. Daher wurden seit Februar 2016 nur noch wenigen Kommunen Asylantragsteller zugewiesen, die im Jahr 2015 aus verschiedenen Gründen ihrer Aufnahmeverpflichtung nicht nachkommen konnten. Alle anderen Kommunen in NRW hatten so die Möglichkeit, Wohnraum für Geflüchtete zu schaffen.“Regierungspräsidentin Diana Ewert fügt hinzu: „Wir schaffen Transparenz und Planbarkeit und stehen als kompetenter Ansprechpartner den Kommunen zur Seite.“

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