Fastfood-Abfall beschäftigt die Politik

+
Mitarbeiter der heimischen McDonalds-Filiale sind regelmäßig unterwegs, um den Müll einzusammeln.

Meinerzhagen - Fastfood kaufen, ins Auto steigen, das Zeug in sich hineinstopfen und den Müll entsorgen. Aber wie und wohin?

Durch die geöffnete Seitenscheibe auf die Straße. Klatsch... – und dann liegt der Abfall dort herum. Das ärgert alle – bis auf die Verursacher natürlich.

„Wir müssen mit dem Franchise-Nehmer nochmals sprechen“, sagte Jürgen Tischbiereck, Leiter des Fachbereichs 3 Technischer Service bei der Stadt Meinerzhagen, am Dienstagabend im Bau- und Vergabeausschuss.

„Vor der Fischbauchbrücke auf dem Schotter zum Beispiel liegt regelmäßig der Abfall herum“, erklärt Ingolf Becker (Grüne). Er fragte im Ausschuss nach, ob Mitarbeiter des örtlichen Ablegers der bekannten Fastfoodkette mit dem „M“ überhaupt noch regelmäßig Abfall einsammeln würden. Dass dem so ist, bestätigten Ausschussmitglieder nach eigenen Beobachtungen.

Auf dem letzten Schotterstreifen kurz vor der markanten Eisenbahnbrücke stünden abends zwei bis drei Autos, anschließend liege der Müll dort, bemängelte Becker. Ausschussvorsitzender Volkmar Rüsche (CDU) beschrieb gar, dass beim Hoftag am 5. Juni die Hofbetreiber berichteten, dass sie regelmäßig an die Landstraße gehen würden, um dort die Hinterlassenschaften der Fastfoodesser einzusammeln. „Das hat auch was mit Erziehung zu tun“, so Volkmar Rüsche.

McDonalds und die Mitarbeiter selbst können natürlich nichts für das Fehlverhalten einiger Kunden. Dass im Umfeld der Meinerzhagener Filiale allerdings nicht selten Verpackungsreste auf die einfachste Art – also direkt aus dem Auto – entsorgt werden, wissen aber auch sie. Monika Binder ist Bezirksleiterin bei der Kette. Die in Gummersbach arbeitende Angestellte des Unternehmens ist auch für Meinerzhagen zuständig. „Täglich machen wir mehrere Rundgänge im Umkreis von 100 Metern um unsere dortige Filiale. Und wenn Anrufe eingehen, in denen von verstärktem Müll-Aufkommen an bestimmten Stellen berichtet wird, reagieren wir auch kurzfristig und fahren dorthin. Auch die Stadt Meinerzhagen hat sich schon bei uns gemeldet und uns solche Bereiche genannt“, berichtet sie.

Der Netto-Parkplatz und der Bereich um das Stadion herum – nach Binders Erfahrungen sind das Stellen, an denen die leeren Verpackungen gern weggeworfen werden. Dortin schicke der Filialleiter seine Mitarbeiter auch regelmäßig. „Was den Müll angeht, sind wir natürlich relativ machtlos“, erklärte Binder, auf das Benehmen einiger Kunden angesprochen, gegenüber der MZ. „Wir können nicht mehr tun, als an unseren Filialen Mülleimer aufzustellen mit dem Hinweis, diese auch zu benutzen.“ Und wenn das nicht hilft, müssen halt McDonalds-Bedienstete mit Greifzangen und Müllsäcken ausrücken und so für ein saubereres Stadtbild sorgen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare