Stadthalle: Ortstermin des LWL Ende September

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) kündigte nun einen Ortstermin zum Thema Stadthalle für Ende September an.

Meinerzhagen - Die Überprüfung der Stadthalle als potenzielles Denkmal geht in die nächste Phase: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) kündigte nun einen Ortstermin für Ende September an.

Dann soll sich ein Experte der Behörde selbst ein Bild vom Gebäude machen – um anschließend möglichst schnell zu einem Ergebnis zu kommen. „Wir reden in der Folge nicht von Monaten, sondern nur von Wochen, bis ein Resultat vorliegt“, betont Markus Fischer, Sprecher des LWL. Unter anderem werde dann der aktuelle Zustand des Gebäudes mit den Originalbauplänen abgeglichen. „Natürlich ist es bei einem Gebäude dieses Alters eher wahrscheinlich, dass es kaum bauliche Veränderungen gibt, als bei weitaus älteren Objekten.“

Bei der weiteren Beurteilung, ob die Stadthalle denkmalschutzwürdig ist, würden außerdem unter anderem folgende Fragen geklärt:

– Ist das Gebäude ortsbildprägend?

– Besitzt es eine für diesen Gebäudetyp besondere Aussagekraft?

– Steht es stellvertretend für eine neue Bauart?

„Vermittelt ein Objekt anschaulich eine wichtige Information, zum Beispiel zu historischen Bauformen, Handwerkstechniken, Nutzung oder Lebensweisen der Vergangenheit, so spricht man vom Zeugniswert des Denkmals, der umso höher ist, je mehr noch von der originalen Substanz erhalten ist“, heißt es von Seiten des LWL. Ist dieser Zeugniswert festgestellt, so liege in der Regel auch ein Interesse an der Erhaltung und Nutzung des Gegenstandes aus wissenschaftlichen Gründen vor. Diese Gründe könnten wiederum volkskundlich, städtebaulich oder künstlerisch, aber natürlich auch eine Kombination mehrerer Gründe sein.

Kein Interesse an "denkmalgeschütztem Leerstand"

Dabei sei allerdings die weitere Nutzbarkeit des Gebäudes wesentlich. „Wir haben kein Interesse daran, ein Denkmal zu benennen, das dann nur leer steht“, sagt Markus Fischer. Erhalten bedeutet für den LWL laut eigener Internetseite jedoch nicht das Einfrieren eines bestimmten Zustands: „Denkmäler lassen sich in der Regel nur dann erhalten, wenn sie auch genutzt werden und diese Nutzungen erfordern häufig bauliche Veränderungen. Möglichkeiten und Grenzen der Veränderungen müssen dabei immer erneut diskutiert werden, damit die denkmalwerten Eigenschaften und damit der historische Zeugniswert, der an die Substanz und das Erscheinungsbild des Objekts gebunden ist, nicht verloren geht.“

Dass der LWL in diesem Fall frühzeitig in die Planungen miteinbezogen wurde, begrüßt Markus Fischer ausdrücklich. „Wir empfinden das als positiv. Wir hätten das früher oder später doch mitbekommen – und das hätte den gesamten Planungsprozess dann eventuell erschwert.“

Grüne wollen Bürger und Entscheidungsträger bestmöglich informieren

Unterdessen hat sich erneut die Grünen-Fraktion zu Wort gemeldet und die Klärung der Schutzwürdigkeit der Stadthalle als „zwingenden Teil des Klärungsprozesses“ bezeichnet. Ihr „Vorpreschen“ sei damit zu erklären, dass auf ihre Anfrage seit über vier Wochen keine Reaktion der Verwaltung erfolgt sei. „Bei solcher Ignoranz hat die Geduld dann auch mal ein Ende“, schreiben Ingolf Becker und Karl Hardenacke.

Bündnis90/Die Grünen wollten den Ratsbürgerentscheid nicht behindern, sondern dazu beitragen, dass die Bürger sowie Entscheidungsträger bestmöglich informiert sind und alle Eventualitäten möglichst geklärt werden. „Wer sich in der Politik allgemein auskennt weiß, dass Grüne auf allen Ebenen für Bürgerentscheide eintreten, wenn es um wichtige Entscheidungen geht.

Auch Meinerzhagens ehemaliger Bürgermeister Erhard Pierlings hat sich mittlerweile in die Diskussion um die Zukunft der Stadthalle eingeschaltet. In einem offenen Brief bezieht er klar Stellung für deren Erhalt und blickt dabei auch auf einstige Planungen zurück.

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