„Der Kuschelkurs bringt uns nicht weiter“

Initiative Pro Stadthalle bekräftigt Zielsetzung

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„Wo ist die große Chance, die eine Aufgabe der Stadthalle rechtfertigen würde?,“ fragte die Initiative Pro Stadthalle bei ihrem Treffen am Mittwoch.

Meinerzhagen - Noch einmal bekräftigte die Initiative Pro Stadthalle bei ihrem Treffen am Mittwochabend ihre gemeinsame Zielsetzung, den Erhalt der Stadthalle, denn, so wurde – rein rhetorisch – gefragt: „Wo ist die große Chance, die eine Aufgabe dieses Hauses rechtfertigen würde?“

Wie aus den Arbeitsgruppen berichtet wurde, sind Unterschriftenlisten und ein Flyer zum Thema in Vorbereitung. Ein Facebook-Account wurde eröffnet, die Einrichtung einer eigenen Internetseite wird weiter verfolgt. Viele Gespräche wurden geführt, unter anderem mit den Leitern von Sekundarschule und Evangelischem Gymnasium, die ihre Unterstützung bei der Ideenfindung für Möglichkeiten eines Erhalts und einer besseren Nutzung der Stadthalle, die übrigens – nach Auskunft der Stadtverwaltung – bis zum Jahresende ausgebucht sei, zugesagt hätten.

Doch dabei will es ein Teil der Initiative nicht belassen. Es müsse endlich Schluss sein mit der „Beschwichtigungspolitik“ von Stadtverwaltung und Kommunalpolitikern. „Der Kuschelkurs bringt uns nicht weiter“, brachte ein Bürger die Einschätzung einiger Mitstreiter auf den Punkt. Zunächst wollen die Abrissgegner nun die Auswertungen des Denkmalschutzbeauftragten, der am Mittwoch die Stadthalle in Augenschein genommen habe, abwarten. Dann soll Jan Nesselrath zu einem Gespräch eingeladen werden. 

„Wenn der Bürgermeister bei einem so brisanten Thema keine Zeit hat, vor den Bürgern Stellung zu nehmen, nimmt er sein Amt nicht wahr,“ machte ein Mitglied der Initiative unter Beifall deutlich. Verwiesen wurde auch auf die Landesverfassung, die besagt: „Die Städte und Gemeinden haben nicht nur das Recht zu örtlicher Kulturpolitik, sondern auch einen Verfassungsauftrag dazu. Artikel 18 Landeverfassung: 1. Kultur, Kunst und Wissenschaft sind durch Land und Gemeinden zu fördern. 2. Die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und Kultur [...] stehen unter dem Schutz des Landes, der Gemeinde und Gemeindeverbände.“ In diesem Kontext sei ein Abriss der Stadthalle, ein Alleinstellungsmerkmal der Region, eine „kulturpolitische Perversion“.

Als nächsten Schritt will die Initiative einen Runden Tisch vorbereiten, zu dem Vertreter der Schulen, Vereine und Verbände, Geschäftsleute und Wirtschaftsunternehmen sowie die Einzelhändler, die beim Bau eines Einkaufszentrum in ersten Linie von den Veränderungen betroffen wären, eingeladen werden sollen.

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