Glocken der Jesus-Christus-Kirche „altersschwach“

Pastorin Petra Handke im Glockenturm. Das gusseiserne Geläut ist in die Jahre gekommen und soll irgendwann in den kommenden Jahren ausgetauscht werden. Dazu fehlt allerdings noch Geld. -  Foto: Beil

Meinerzhagen - Drei schwere gusseiserne Glocken schlagen den Meinerzhagenern in der Jesus-Christus-Kirche Tag für Tag die Stunden. Und das tun die jetzigen Exemplare schon seit 1920. Doch sie sind in die Jahre gekommen, haben ihr „Mindeshaltbarkeitsdatum“ inzwischen erreicht.

Zwischen 80 und 100 Jahre, so Küster Arne Schumacher, halten Glocken aus diesem Material – die Zeit läuft also ab. Die logische Folge: Neue Glocken sollen her. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Die Gemeinde ist verantwortlich für den Unterhalt der Kirchen, dazu gehört auch das Geläut. Nach vorsichtigen Schätzungen würde es mindestens 300 000 Euro kosten, die drei alten Glocken gegen neue aus Bronze auszutauschen. Eine Summe, die nicht „mal eben“ gestemmt werden kann. Zwar gibt es seit etwa 30 Jahren den Glockenfonds, für den regelmäßig nach den Gottesdiensten gesammelt wird, das Geld daraus reicht laut Pastorin Petra Handke aber noch lange nicht, um das Projekt zu finanzieren. Spenden sind also weiterhin hochwillkommen. „Und jeder Cent kommt den neuen Glocken zugute“, verspricht Handke.

Nach dem Ersten Weltkrieg entschied sich die damalige Gemeinde, neue Glocken aus Gusseisen einbauen zu lassen. Die alten Exemplare aus Bronze hatte man im Krieg eingeschmolzen – jetzt musste (günstiger) Ersatz her. Dass der nicht annähernd so lange halten würde wie die robusten und klanglich besseren Bronzeglocken, war wohl von vornherein klar.

Die riesigen Metallgebilde irgendwann in den kommenden Jahren auszutauschen wird eine echte Herausforderung. „Mindestens eine Tonne“, schätzt Arne Schumacher das Gewicht der eisernen „Riesen“ – pro Stück. Ein Autokran und die Öffnungen, die im Turm eingebaut sind um den Schall entwichen zu lassen – auf diesem Weg könnten die neuen Bronzeglocken einmal an ihren Standort bugsiert werden. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Erst einmal muss jetzt kurzfristig ein neues Problem mit dem alten Material gelöst werden. Denn: Die Glocken der Jesus-Christus-Kirche schlagen die Stunden nicht mehr korrekt an. Die Anzahl der Schläge passt in den meisten Fällen nicht zur tatsächlichen Uhrzeit. „Das liegt – einfach ausgedrückt – an der Mechanik des Hammers“, erklärt Arne Schumacher. Er verspricht allerdings Abhilfe: „Noch im August wird eine Fachfirma nach Meinerzhagen kommen und das wieder in Ordnung bringen.“

Wer für neue Glocken spenden möchte, kann unter dem Stichwort „Glockenfonds“ Geld einzahlen auf das Konto mit der IBAN-Nummer DE83458516650000534081

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