Wildgans-Exkremente verärgern Badegäste

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Vor allem morgens sind die Kanadagänse an der Listertalsperre im Bereich der DLRG-Badestelle zu finden. Neben Federn hinterlassen sie dort auch größere Mengen Kot.

Listertal - Perfektes Badewetter verspricht das Wochenende zwar nicht. Wer in der Listertalsperre badet, der freut sich trotzdem über einen sauberen Uferbereich. Ein ganz anderes Interesse haben die zahlreichen kanadischen Wildgänse, die sich regelmäßig dort niederlassen.

„Diese verschmutzen extremst die Badestellen“, schreibt ein Leser als Reaktion auf den Artikel „Talsperren bieten Abkühlung an heißen Tagen“ vom 27. Juli. Vor allem an der Badestelle unterhalb der DLRG-Station sei es unmöglich, nicht in die Tierexkremente zu treten.

Von Hinterlassenschaften fernhalten

Tatsächlich sind die Hinterlassenschaften der Kanadagänse – neben Federn vor allem große Mengen Kot – an dieser Stelle nur schwer zu übersehen. „Da kann man auch wenig gegen machen“, erklärt Amtstierarzt Dr. Jobst-Ulrich Trappe vom Märkischen Kreis. „Wenn sich die Tiere an einem Ort niederlassen, bekommt man sie kaum wieder weg.“ Eine intensive Bejagung verbiete sich aus Gründen des Artenschutzes. Badende sollten sich entsprechend von den Hinterlassenschaften fernhalten.

Für Badende kann es zur Herausforderung werden, nicht mit den Exkrementen der Federtiere in Kontakt zu kommen.

Das Problem mit den Wildgänsen könnte aber auch durch den Menschen verursacht worden sein, wie Fred Oehm, langjähriger Ortsvorsteher von Valbert, erklärt: „Wenndie Gänse dort regelmäßig gefüttert werden, dann kommen sie auch gerne wieder.“ Er selbst hatte – vor allem im Winter – jahrelang mehrere Futterstationen betrieben, zeigte sich aber erstaunt über das Ausmaß der Verschmutzung. In der Regel löse sich der Kot von Wildgänsen jedoch durch den Regel leicht auf.

Bauhof-Mitarbeiter reinigen Badestellen

Auch bei der Stadt Meinerzhagen, die für die Säuberung der Badestellen zuständig ist, sind die Probleme bekannt. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, damit sich Badegäste wohlfühlen“, sagt Jürgen Tischbiereck, Leiter Technischer Service bei der Stadt. Dazu gehöre, dass Mitarbeiter des städtischen Bauhofs bei gutem Wetter schon früh morgens die Badestellen von Unrat befreien.

Die Kanadagänse waren ursprünglich in Nordamerika heimisch, wurden durch den Menschen aber auch in Europa angesiedelt, wie der Naturschutzbund (Nabu) Nordrhein-Westfalen auf seiner Internetseite schreibt.

Konflikte mit Anglern

Ein eher untergeordnetes Problem stellten dagegen von Anglern liegengelassene Haken dar, wie Britta Balt vom Ruhrverband erklärt. An den meisten Badestellen sei das Angeln verboten – genauso wie das Liegenlassen von Müll, wozu auch nicht mehr benötigte Angelhaken zählen. Als Betreiber der Talsperre setzt der Ruhrverband vor allem auf die gegenseitige Rücksichtnahme der verschiedenen Nutzer des Gewässers.

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