Weitere Nutzung offen

Jugendherberge: Stadt hat an Kauf kein Interesse mehr

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Die Jugendherberge an der Bergstraße wird nicht in städtischen Besitz übergehen.

Meinerzhagen - Die Stadt Meinerzhagen wird die seit Anfang Mai leer stehende Jugendherberge entgegen erster Überlegungen nicht kaufen. Das gab die Verwaltung am Montagmorgen bekannt.

Wie es heißt, sei das Deutsche Jugendherbergswerk, Landesverband Westfalen-Lippe (DJH WL) weiter auf der Suche nach einem Käufer beziehungsweise nach einer sinnvollen Weiternutzung.

Wie berichtet, war das Gebäude von Oktober 2015 bis Ende April 2016 als Flüchtlingsunterkunft der Bezirksregierung genutzt worden. Im Laufe dieser Nutzung war bekannt geworden, dass das Jugendherbergswerk nicht länger mit der Einrichtung in Meinerzhagen plant. Zwischenzeitlich hatte die Stadt in Erwägung gezogen, das Gebäude zu kaufen – und nach MZ-Informationen auch weiter als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Allerdings hat die Verwaltung nun offenbar Abstand von einem Erwerb der Immobilie genommen.

Als Hauptgrund für die Absage werden „verschiedene Kostenblöcke“ genannt, die bei einem Kauf den städtischen Haushalt belasten würden. Zudem sei die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland seit einiger Zeit rückläufig, so dass keine Zuweisungen in nennenswertem Umfang erfolgen. Das zeichne sich auch in den städtischen Unterkünften ab, die aktuell sogar über freie Plätze verfügen.

„Vor dem Eindruck dieser Entwicklungen ist eine weitere Nutzung der Jugendherberge als Flüchtlingsunterkunft – auch unter Federführung der Stadt Meinerzhagen – also nicht absehbar, so dass sich in dieser Hinsicht kein aktueller Bedarf des Gebäudes durch die Stadt abzeichnet“, heißt es aus der Verwaltung. Auch für eine anderweitige Nutzung bestünden keine Pläne, zumal diese mit erheblichen Umbaumaßnahmen versehen wären. Vor diesem Hintergrund seien die Kosten ausschlaggebend für die Entscheidung der Stadt, die sich aus dem Kaufpreis selbst, den laufenden Ausgaben und den notwendigen Umbauarbeiten zwecks Ermöglichung eventueller neuer Nutzungskonzepte ergeben würden.

„Ein wesentlicher Aspekt in unseren Überlegungen ist – wie bei allen Entscheidungen – die Abwägung, zu welchen Zwecken die Steuergelder der Bürgerinnen und Bürger konkret verwendet werden sollen. In diesem Fall ist die Sachlage klar die, dass wir keinen unmittelbaren Nut-zungsbedarf haben und somit eine Belastung der Steuerzahler nicht vertreten können“, wird Bürgermeister Jan Nesselrath zitiert.

Sollten die Flüchtlingszahlen dennoch wieder steigen, sei man vorbereitet: In diesem Fall könne die Jugendherberge, vorbehaltlich eines noch nicht erfolgten Verkaufs, erneut als Unterkunft genutzt werden. Darauf hätten sich Stadt und DJH WL im Zuge der Gespräche verständigt. Wann das Gebäude anderweitig – und dann von einem neuen Besitzer – genutzt werden kann, bleibt indes abzuwarten.

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