Aus der Jugendherberge wird ein Hospiz

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Claudius Hasenau (links) und Rolf Lutz sahen sich am Dienstag erneut in der Jugendherberge um. In dem Gebäude an der Bergstraße soll unter ihrer Regie ein Hospiz entstehen.

Meinerzhagen - Die Jugendherberge an der Bergstraße hat neue Besitzer. Das Deutsche Jugendherbergswerk verkaufte die Immobilie. Eigentümer ist nun die Gelsenkirchner Investorengemeinschaft Hasenau, Rössing, Lutz, Steinkopf, die auch den Hauptschul-Umbau finanziert.

Die Umbaumaßnahmen an der Bergstraße werden voraussichtlich im Frühsommer 2017 beginnen, entstehen soll hier ein Hospiz. Die pflegerische Betreuung, so die Planungen, werde dann von APD Ambulante Pflegedienste aus Gelsenkirchen übernommen.

Zurzeit befinden sich die neuen Eigentümer noch in der Planungsphase, die etwa ein Jahr dauern soll. Und das eröffnete der Stadt Meinerzhagen für diese Zeitspanne eine in dieser Form einmalige Chance: „Wir haben eine Vereinbarung getroffen, dass uns das Haus im Bedarfsfall so lange als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung steht“, freut sich Bürgermeister Jan Nesselrath darüber, dass er nun eine Alternative für den Fall besitzt, dass der Stadt wieder vermehrt Flüchtlinge zugewiesen werden.

Bekanntlich hatte der Herbergsverband das Haus bis Mai an die Bezirkseregierung vermietet, die es als Erstaufnahmeeinrichtung nutzte. Danach wurde die Herberge geschlossen, der Verfall drohte.

Claudius Hasenau ist in der Geschäftsführung von APD tätig. Zusammen mit dem Gelsenkirchener Dachdeckermeister Rolf Lutz – er ist auch Sprecher der Investorengemeinschaft – war er am Dienstag noch einmal vor Ort, um den Gebäudekomplex erneut zu begutachten.

Sowohl Hasenau als auch Lutz erläuterten dabei einige Details zu dem Projekt: „Am 1. August hat der Gebäude-Übergang vom Deutschen Jugendherbergswerk an uns stattgefunden. Leiterin des Hospizes soll einmal Petra Hasenau-Rössing werden, gemeinsam mit ihrem Ehemann Hans-Werner Rössing.“

Die beiden APD-Geschäftsführer, so heißt es, seien ausgebildete Krankenpfleger mit der Zusatzqualifikation Palliative Care. „Meine Schwester erfüllt sich damit einen großen Wunsch, weil sie sich in der Endphase ihres Berufslebens bei der Begleitung sterbender Menschen engagieren möchte“, erläuterte Claudius Hasenau.

Einen Beschluss haben die Projektleiter allerdings schon gefasst: Das Herbergs-Mobiliar bleibt vorerst an Ort und Stelle – und könnte von der Stadt bei der Flüchtlingsunterbringung genutzt werden. Rolf Lutz: „Es ist zwar noch gut, aber für ein Hospiz ist es nicht geeignet. Vor dem Umbau wollen wir es dann für einen sozialen Zweck zur Verfügung stellen.“

Sowohl Hasenau als auch Lutz betonten, dass man sich derzeit noch in einer sehr frühen Planungsphase befinde: „Wir werden jetzt viele Gespräche führen, beispielsweise mit den Kostenträgern, medizinischen Einrichtungen in der Umgebung und mit Institutionen aus der Hospizbewegung. Wir wollen schließlich niemandem etwas überstülpen oder hier einen Alleingang machen, sondern mit allen Beteiligten künftig vertrauensvoll zusammenarbeiten.“

Zwölf Plätze werde das neue Hospiz im Laufe des kommenden Jahres in Meinerzhagen anbieten. „Die ersten Planungsskizzen sehen vor, dass das Gebäude erhalten bleibt und baulich ergänzt wird. Als Baukosten wird eine einstellige Millionensumme erwartet“, hieß es am Dienstag. Ziel, so weiter, sei auf jeden Fall die Gemeinnützigkeit. „Es wird sich auch nicht um einen gewinnorientierten Bereich handeln, angestrebt wird eine schwarze Null“, berichtete Claudius Hasenau.

Er habe sich mit seinen Investoren bereits nach einem geeigneten Objekt umgesehen, als es noch gar keinen Kontakt nach Meinerzhagen gegeben habe. Da sei man schließlich froh gewesen, als sich die Chance geboten habe, die Jugendherberge an der Bergstraße zu erwerben. „Das Haus ist ideal geeignet und liegt wirklich wunderschön.“

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