Stolpersteine

Rat lehnt Stolperstein-Verlegung gegen Anliegerwillen ab

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Stolpersteine in Meinerzhagen.

Meinerzhagen - Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus können weiter nur mit dem Einverständnis der Anlieger verlegt werden – auch dann, wenn es sich bei dem Verlegeort um ein städtisches Grundstück handelt.

Einen Antrag von Linken/Piraten, der eine Verlegung für jüdische Opfer auch ohne Einwilligung der Nachbarn vorsah, lehnte der Rat am Dienstagabend mit 20 zu 12 Stimmen ab. Neben der CDU und einzelnen Mitgliedern der SPD stimmte auch die FDP geschlossen dagegen. 

Zuvor hatten Mitglieder der Initiative in der Stunde der Öffentlichkeit dafür geworben, den einst als Kompromiss gefassten Beschluss aus dem Jahr 2012 zu kippen und den noch lebenden Hinterbliebenen die Gelegenheit zu geben, die schmerzhafte Vergangenheit ihrer Familie mit Hilfe der Stolpersteine aufarbeiten zu können. 

Eigentümer an der Lindenstraße stimmen Verlegung zu

Allerdings überraschte CDU-Vorsitzender Thorsten Stracke die Initiative mit der Zustimmung seiner Eltern für deren Haus an der Lindenstraße, das ebenfalls Bestandteil der Diskussion war: Vor dem auch als „Fischbach-Haus“ bekannten Gebäude können nun entsprechende Steine verlegt werden – eine Entscheidung, für die sich Initiativenmitglied Rolf Janßen nach der Ratssitzung bedankte. Stracke hatte zuvor allerdings betont, dass seine Eltern der Verlegung „nicht wegen, sondern trotz der beiden Galionsfiguren, die für die Initiative sprechen“, zugestimmt hätten.

Weiterer Bericht folgt.

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