Pflegealltag hat sich verändert

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Ingrid Papst (links) obliegt die Pflegedienstleitung im Wilhelm-Langemann-Haus, Beata Karnik ist ihre Stellvertreterin. Beide wissen, dass sich der Arbeitsalltag verändert hat, da bei der Pflege heute auch technische Geräte eingesetzt werden.

Meinerzhagen - Waschen, beim Anziehen helfen, gemeinsam basteln – „über diesen ursprünglichen Auftrag geht die Pflege heute weit hinaus“, sagt Monika Besner. Die Arbeit in Seniorenheimen habe sich in den letzten Jahren verändert.

„Die intensive Behandlungspflege ist mehr geworden“, weiß die Leiterin des Wilhelm-Langemann-Hauses.

Die Pflege ist heute im Gegensatz zu früher auch technischer. Absauggerät, Sauerstoffkonzentrator, Sauerstoffflasche, Schmerzpumpe – all diese Geräte gehören heute auch zum Alltag in Einrichtungen wie dem Wilhelm-Langemann-Haus, wenn alte Menschen auch medizinisch versorgt werden müssen.

Ein Absauggerät werde beispielsweise genutzt, wenn Menschen nicht frei atmen können. Auch wenn nach einem Luftröhrenschnitt Trachialkanülen eingesetzt werden müssten, würden sie gebraucht. Mehrmals am Tag müsse ein Absauggerät meist bei einem betroffenen Patienten eingesetzt werden. „Man hört das schon, je nachdem, wie der Betroffene atmet“, weiß Pflegedienstleiterin Ingrid Papst.

Nicht eingesetzt werden dürfen in Seniorenheimen wie dem Wilhelm-Langemann-Haus Beatmungsgeräte. „Dann müsste rund um die Uhr auch eine Intensivschwester vor Ort sein“, erklärt Ingrid Papst.

Ein weiteres Gerät im Pflegealltag ist aber beispielsweise ein Sauerstoffkonzentrator. Mit ihm können durch eine Nasensonde bis zu zwei Liter Sauerstoff pro Minute zugeführt werden.

Einmal im Jahr werden die Geräte überprüft, verpflichtend sind Unterweisungen der Mitarbeiter – im Wilhelm-Langemann-Haus sind es insgesamt 85. „Fortbildungen machen einen großen Teil des Arbeitsalltages aus. Jeden Monat gibt es mehrere davon“, berichtet Ingrid Papst mit Blick auf den Terminkalender: Allein 48 Schulungsveranstaltungen gab es an der Mühlenbergstraße im ersten Halbjahr dieses Jahres.

In Bezug auf die pflegerische Versorgung alter Menschen stünden die Fachkräfte auch im Austausch mit den behandelnden Ärzten. Die fachliche Vernetzung werde nicht nur in diesem Bereich immer enger.

Zeitlich engmaschig in der Absprache verlaufe beispielsweise auch die Aufnahme eines Bewohners nach einem Krankenhausaufenthalt. Das sei auch wichtig, wenn beispielsweise mit einer sogenannten PEG-Pumpe Nahrung über eine Magensonde zugeführt werden müsse. Mit Mineralstoffen und Vitaminen können Betroffene auch über einen Port versorgt werden. „Am Anfang hatten die Mitarbeiter davor großen Respekt“, berichtet Ingrid Papst. Verständlich, da die Mischung individuell auf den jeweiligen Bewohner und seine Bedürfnisse abgestimmt werden müsse. Auch die Medikamente können auf diese Weise verabreicht werden. „Spätestens mit dem betroffenen Bewohner kommt aber immer auch eine Fachkraft ins Haus, die die Mitarbeiter einweist. Das klappt wunderbar.“ Das hänge natürlich auch damit zusammen, dass Kliniken verpflichtet seien, die Anschlussversorgung der Patienten zu gewährleisten.

In den Krankenhäusern sei die Versorgung der Patienten hochspezifisch, „in den Altenheimen gibt es das heute aber auch“, sagt Einrichtungsleiterin Monika Besner und weist auf den sich verändernden Pflegealltag hin.

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