Krummenerl: Es geht nicht nur um Schotter

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Kämpfen für die weitere Nutzung der Verladestation Krummenerl durch die DB Cargo: (von links) CDU-Stadtverbandsvorsitzender Thorsten Stracke, Bürgermeister Jan Nesselrath, der für die Bahnverladung in Krummenerl zuständige Marcel Schäfer, der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Heider und der technische Leiter der Basalt AG Peter Winters.

Krummenerl - Die Güterverladestation Krummenerl sorgt weiter für politischen Zündstoff: Am Montag schauten sich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider, Bürgermeister Jan Nesselrath und der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thorsten Stracke die Situation vor Ort an. Die Forderung aller Beteiligten: Die Verladestation muss weiterhin von der Deutschen Bahn Cargo angefahren werden – nicht zuletzt, um die Steuergelder und die heimische Verkehrsinfrastruktur zu schonen.

Peter Winters, technischer Leiter des Steinbruchs der Basalt AG sowie sein Kollege Marcel Schäfer erläuterten den Gästen die Bedeutung der Verladestation, durch die ungefähr 3000 Lkw-Fahrten pro Jahr eingespart werden könnten. „Es sind erhebliche Anstrengungen erfolgt, um den Standort zu erhalten“, erinnerte Matthias Heider an finanzielle Aufwendungen in Höhe von rund 16 Millionen Euro für den Gütertransport im oberen Volmetal. Dass die Bahn ausgerechnet jetzt, da sie einen eigenen Streckenabschnitt instand setze, mit einer Schließung der Verladestation plane, kritisiert der Bundestagsabgeordnete massiv. Heider will weiterhin auf Bundesebene einwirken – eingeschaltet seien etwa Ronald Pofalla vom Bahnvorstand sowie der Bevollmächtigte der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen.

„Das ist eine reine Verschwendung von Steuergeldern“, pflichtete angesichts der Investitionen in die Strecke auch Jan Nesselrath der Kritik seines Parteikollegen bei. Wie auch Thorsten Stracke ist er davon überzeugt, mit Matthias Heider „die richtige Adresse“ eingeschaltet zu haben, um die Weiternutzung der Verladestation zu erreichen.

Wie bedeutend die nahende Entscheidung der DB Cargo indes für die Basalt AG ist, machte Peter Winters im Rahmen des gestrigen Treffens deutlich: Als Zulieferer der Bahn könne man per Lastwagen nicht alle Baustellen anfahren, „es gibt auch Bereiche, die nur über Waggons beliefert werden können“. Es sei nicht auszuschließen, dass die Bahn solche Aufträge direkt an Steinbrüche aus Hessen oder Rheinland-Pfalz vergeben würde. Doch selbst in diesem Fall würde die Belastung der Straßen durch Lastwagen zunehmen.

Im dreijährigen Durchschnitt brachte die Basalt AG zuletzt 40 000 Tonnen auf die Schiene. Für die Zukunft erwartet Winters aber eine höhere Zahl – wenn dies angesichts der Bahnpläne überhaupt noch möglich ist.

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