Verhaltene Resonanz

Sonntag sorgt für versöhnlichen Fischmarkt-Ausklang

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Nur allmählich füllte sich der Parkplatz an der Kampstraße, wo die Hamburger Fischmarkthändler ihre Stände aufgebaut hatten. Dabei gelang es den redegewandten Verkäufern durchaus, ihr Publikum zum Lachen zu bringen.

Meinerzhagen - Es war ein Experiment: Aufgrund der Großbaustelle an der Stadthalle bauten die Händler des Hamburger Fischmarkts diesmal ihre Stände auf dem Parkplatz an der Kampstraße auf – der Auftakt gestaltete sich allerdings äußerst verhalten.

Samstag, 11 Uhr: Seit zwei Stunden hat der Hamburger Fischmarkt geöffnet. Die Sonne bescheint den nahezu menschenleeren Parkplatz an der Kampstraße auf dem Wurst-Herby, Nudel-Kiri, Bananen-Fred & Co. immer noch unter sich sind. In der Derschlager Straße haben „Fliegende Händler“ ihre Stände aufgebaut. Einer liest, einer guckt auf sein Smartphone. Andere unterhalten sich. Vereinzelte Passanten gehen vorbei, zeigen kaum Interesse. 

Gähnende Leere herrschte mitunter auf der Derschlager Straße am Samstag.

Das nahezu gleiche Bild zweieinhalb Stunden später: Nur einige Marktbesucher haben sich mittlerweile neben dem Bierstand einen Sitzplatz gesucht und genießen Fischbrötchen und ein Getränk. Wurst-Herby unternimmt einen Versuch, seine Waren an den Mann zu bringen und verkauft schließlich auch eine gut gefüllte Tüte zum Sonderpreis. Er ist es auch, der die Sauerländer Marktbesucher – nicht frei von Ironie – aufgrund der eher verhaltenen Resonanz auf sein Angebot als „echte Stimmungs-Granaten“ bezeichnet. 

Immerhin sorgt der Sonntag dann doch noch für einen versöhnlichen Abschluss und einigermaßen heitere Mienen bei den Markthändlern: Haupt- und Derschlager Straße sind gut gefüllt – auch zur Freude vieler Einzelhändler, die zum verkaufsoffenen Sonntag eingeladen hatten. Und die, die sich einmal in die Innenstadt aufgemacht haben, statten natürlich auch dem Fischmarkt an der Kampstraße einen Besuch ab. 

Ob das aber bei den „Fliegenden Händlern“ auf der Derschlager Straße für bessere Laune sorgte, ist fraglich. So stöhnt etwa Uwe Grimm: „Ich bin froh, wenn ich wieder einpacken und verschwinden kann.“ Er ist in Sachen Raumsparbügel unterwegs und am Samstag sichtlich gereizt: „Hier ist total tote Hose! Genau wie gestern Abend. Ab 18 Uhr kam hier kaum noch ein Mensch vorbei. Und heute ist es auch nicht viel besser.“ Verärgert knallt er einen Bügel auf den Ständer. Dann ein Seufzer: „Drei Tage – wir sind drei Tage hier!“ Und dabei überschlägt er offensichtlich im Kopf seinen Verdienstausfall. 

Eberhard Bohn schlendert vorbei und gesellt sich zu ihm. Auch an seinem Stand ist nichts los, und auch er ist nicht zufrieden und moniert einen großen Sperrmüllhaufen, der neben seinem Stand, an dem er Socken verkauft, am Krummicker Weg auf die Müllabfuhr wartet. So wie einige volle Mülltonnen. „Das sieht nicht schön aus. Macht keinen guten Eindruck“, sagt er. Doch das ist noch nicht alles, Bohn hat noch etwas auf dem Herzen: „Am Freitag sollten wir auf Anordnung der Stadtverwaltung erst ab 12 Uhr verkaufen, um dem Wochenmarkt an der Stadthalle keine Konkurrenz zu machen. Was soll das?“

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