Dänische Schüler zu Gast am Gymnasium

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750 Schüler besuchen die Stavnsholtskolen. Sechs von ihnen – die besten Jugendlichen aus den beiden neunten Deutsch-Klassen – durften mit Lehrerin Sonja Bech nach Meinerzhagen reisen. Sie wurden begrüßt von Volker Schilmöller (links) und Rektor Sven Dombrowski.

Meinerzhagen - Lehrer werden in Deutschland nicht geduzt und eine normale deutsche Familie nimmt abends nur selten eine warme Mahlzeit zu sich.

All das wussten die sechs dänischen Schüler, die am Mittwoch zu Besuch im Evangelischen Gymnasium Auf dem Bamberg waren – zumindest theoretisch. Wie sich die andere Kultur allerdings vor Ort „anfühlt“, das ist für die Jugendlichen der Stavnsholtskolen aus dem Ort Farum aber eine ganz neue Erfahrung.

Seit Dienstag ist die kleine „Delegation“ aus deutschlands nördlichem Nachbarland zu Gast in Meinerzhagen. Angeführt wird die Gruppe von Lehrerin Sonja Bech. Sie unterrichtet in Farum – das etwa 20 Kilometer nördlich von Kopenhagen liegt – die Fremdsprache Deutsch. Und sie war es auch, die Kontakte zum heimischen Gymnasium knüpfte. Dass sie ausgerechnet diese Schule auswählte, war kein Zufall: „Ich habe von 1995 bis 2001 in Meinerzhagen gelebt“, berichtete sie. Und als die Schulleitung in Farum dann den Wunsch nach einem Austausch mit einer deutschen Einrichtung an sie herantrug, war es für Sonja Bech keine Frage: Sie kontaktierte Volker Schilmöller im Gymnasium – und der war gleich begeistert. Und auch die dänische Pädagogin freut sich: „Bei uns in Dänemark ist es so, dass der Staat solche Austauscheprojekte finanziert – inklusive der Flüge. Und jetzt sind wir hier.“

Was in diesen Tagen mit der ersten Kontaktaufnahme beginnt, könnte eine Fortsetzung erfahren. Das wünschen sich jedenfalls beide Seiten – eine offizielle Partnertschaft scheint nicht ausgeschlossen. „Dazu müssen bei uns aber jetzt erst einmal alle Gremien wie etwa die Schulkonferenz befragt werden“, erläuterte Volker Schilmöller.

Dass auch die Stavnsholt-skolen an einem regelmäßigen Austausch interessiert ist, machte Sonja Bech am Mittwoch noch einmal klar. An ihrer „Einheitsschule“, in der Kinder vom ersten bis neunten Schuljahr gemeinsam unterrichtet werden, ist Deutsch nämlich ein wichtiges Unterrichtsfach. „Ab Klasse fünf können die Jugendlichen bei uns zwischen Französisch und Deutsch als Fremdsprache wählen. Die meisten haben sich für Deutsch entschieden, so dass wir es in zwei Klassen unterrichten. Im Fach Französisch wurde nur eine Klasse gebildet“, erläuterte sie.

Die sechs dänischen Gäste jedenfalls wurden am Bamberg herzlich begrüßt. Und sie durften gleich am Unterricht teilnehmen. Die jungen Skandinavier hatten dafür ein selbst angefertigtes Video mitgebracht, in dem ihre Schule vor den Neuntklässlern von Volker Schilmöller vorgestellt wurde. Und auch ein Quiz mit Fragen zu Dänemark hatten die Besucher im Gepäck. Dabei mussten die Gymnasiasten über Fragen wie „Was bedeutet das Wort ,Skål’?“ oder „Wie heißt der Vergnügungspark in Kopenhagen?“ grübeln. „Prost“ und „Tivoli“ lauteten die Antworten. Allgemeinwissen, das den Schülern vom Bamberg sicherlich auch bei einem Gegenbesuch in Dänemark weiterhelfen könnte.

Für die dänischen Besucher, die in Meinerzhagener Gastfamilien untergebracht sind, steht am Donnerstag ein weiterer Teil „Deutschland für Fortgeschrittene“ auf dem Programm. Mit dem Zug geht es nach Köln. Dort gibt es eine Stadtrallye und auch ein Polizist soll in der Domstadt interviewt werden.

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