Stadthalle – Die Grünen fordern Antworten

+
So präsentiert sich die Großbaustelle Stadthallen-Umfeld inzwischen. Gut zu erkennen die Fläche an der Birkeshöh-Brücke, auf der zurzeit der neue Kreisverkehr entsteht.

Meinerzhagen - Ingolf Becker ist Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Meinerzhagen. Und er war von Anfang an skeptisch, was die Planungen im Zusammenhang mit der Stadthalle angeht. Bis heute hat sich an dieser Haltung nichts geändert.

Jetzt möchte Becker – zusammen mit Grünen-Sprecher Karl Hardenacke – von der Verwaltung Antwort auf einige Fragen. Zum Beispiel auch auf diese: „Seit wann bestehen Überlegungen, die Stadthalle abzureißen und an deren Stelle ein Einkaufszentrum mit Veranstaltungsraum zu bauen?“

Bekanntlich soll noch in diesem Jahr ein Ratsbürgerentscheid zu dem Projekt „Stadthalle/Einkaufszentrum“ durchgeführt werden. In diesem Zusammenhang fordern die Grünen weitere Erklärungen aus dem Rathaus. Dazu haben sie 15 Fragen formuliert, deren Antworten zur Meinungsbildung „dringend erforderlich“ seien. 

Die Liste ist also lang: Wie viele und welche Investoren haben Interesse bekundet? Wurden Gespräche mit Einzelhandelsunternehmen geführt, die Interesse an einer Ansiedlung haben und welches Warenangebot ist zu erwarten? Wie vertragen sich die Pläne mit dem Einzelhandelskonzept? Und auch dies: „Die Sanierungskosten der Stadthalle wurden mit zwei Millionen Euro beziffert. Basieren die auf eigenen Schätzungen oder liegen unabhängige Gutachten vor? Welche Maßnahmen wären bis 2020 erforderlich?“

„Der Bau eines Einkaufszentrums birgt besonders in kleinen Städten große Risiken. Laut Expertenanalysen gibt es einen starken Verdrängungswettbewerb, so dass sich Investoren nun kleineren Städten zuwenden. Begleitend zur Diskussion um den Abriss der Stadthalle sollten diese Risiken bedacht und das Marktgeschehen in der Region analysiert und dargestellt werden“, legt Grünen-Sprecher Karl Hardenacke in diesem Zusammenhang nach.

Was passiert mit der Baustelle Stadthallen-Umfeld, wenn die Stadthalle selbst weichen muss und das Einkaufszentrum realisiert wird? Müssen die Arbeiten unterbrochen werden? Und: „Würde der Förderanspruch für diese Maßnahme auch nach Abriss der Stadthalle und Einrichtung eines Gebäudes mit geänderter Nutzung zweifelsfrei erhalten bleiben? Ist das mit dem Ministerium (...) geklärt?“, wirft Ingolf Becker eine weitere Frage auf.

Die Zukunft des Gemäldes von Antonio Máro und die nach einem Abriss nötige Umsiedlung der in der Stadthalle untergebrachten Einrichtungen und Büros – auch das sind für die Grünen offenen Fragen, ebenso wie die: „Ist die Stadthalle denkmalschutzwürdig?“

Um die laufenden Kosten für den Betrieb der Stadthalle aufzufangen, regen Becker und Hardenacke eine „professionellere Vermarktung“ an. „Wurde das geprüft?“, wollen sie nun wissen. Als Partner dafür bringen die Grünen auch das Kulturmanagement der Region „Oben an der Volme „ins Spiel“.

Stadthalle oder Einkaufszentrum? Für Becker und Hardenacke spielt ein weiterer Punkt eine Rolle, den sie in ihrer Anfrage an Bürgermeister Jan Nesselrath ansprechen: „Am 4. Dezember 2015 starb Otto Rudolf Fuchs, Ehrenbürger und Förderer der Stadthalle, er gründete eine Stiftung über eine Million Euro. Spekulationen, dass der Abriss der Stadthalle erst nach seinem Tod und nicht schon bei der Planung des Stadthallenumfeldes auf den Tisch kam, sind naheliegend.“

Stadthalle, Einkaufszentrum und Ratsbürgerentscheid werden bei der nächsten Ratssitzung ein Thema sein. Die findet am 4. Oktober statt.

Mehr zu dem Thema

Nach Satzungsänderung: Bürgerentscheid per Briefwahl

Kulturverein nimmt Stellung zu Plänen rund um die Stadthalle

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare