150. „Geburtstag“ der Kapelle Grotewiese

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Von der Scheune unterhalb der Magdalenenkapelle, wo vor 150 Jahren das Gemeindeleben in Grotewiese begann, startete auch das Jubiläumsfest mit einem Festzug.

Grotewiese - Sie ist klein, aber alt. Vor 150 Jahren wurde die Kapelle Sankt Maria Magdalena in Grotewiese gebaut. Nicht nur für die katholischen Christen rund um Grotewiese war das Anlass, das Jubiläum groß zu feiern. Und die gesamte Pfarrei St. Maria Immaculata feierte mit.

Weit mussten die Katholiken um das Jahr 1853 herum gehen, um sonntags eine Messe feiern zu können. 15 Kilometer waren es bis nach Meinerzhagen, immerhin noch 8 Kilometer bis Attendorn. Den beschwerlichen Weg wollten sich die Gläubigen sparen – und so feierten sie ab 1858 regelmäßig die heilige Messe in einer Scheune der Familie Valenthorn in Grotewiese. 1862 wurde dann auf einem von den Valenthorns gestifteten Grundstück ein Friedhof in Grotewiese angelegt, dem 1863 die Grundsteinlegung zur Kapelle folgte. Drei Jahre später, am 22. Juli 1866, konnte die Kapelle eingeweiht werden.

Geschickt verhielten sich damals die drei Eigentümer der sieben Morgen Land um Kirche, Pfarrhaus und Friedhof. Sie wollten auf Nummer sicher gehen und so schrieben sie in die Stiftungsurkunde: „Gibst Du uns einen Pastor, geben wir Dir unser Land. Sobald ein Geistlicher dort zu wohnen und zu wirken aufhört, fällt alles an die früheren Besitzer oder deren Erben wieder zurück.“ Zweimal hat diese Klausel das Pfarrhaus erhalten.

Dort, wo vor mehr als 150 Jahren das Gemeindeleben in Grotewiese begann, startete am vergangenen Sonntag auch das Jubiläumsfest: an der Scheune unterhalb der Magdalenenkapelle. Ein Festzug aus Messdienern mit Fahnen, Gläubigen und Weihbischof Wilhelm Zimmermann aus Essen, Pfarrer Thorsten Rehberg, Pastor Ludwig Opahle und Pastor Armin Rogge zogen von der Scheune zur Kapelle, am Pfarrhaus und Friedhof vorbei. Hier weihte Bischof Zimmermann die Maria-Magdalenen-Fahne, bevor die Gemeinde gemeinsam die Messe feierte.

Viel zu klein war die Kapelle für die große Besucherschar, so dass viele vor der Kapelle saßen und die Messe von dort aus über Lautsprecher verfolgten. „Während überall im Bistum Kirchen aufgegeben werden, feiern wir hier 150 Jahre Kapelle Sankt Maria Magdalena“, so Weihbischof Zimmermann. „Diese Kapelle ist ein Wallfahrtsort, ohne dass er als solcher benannt worden ist und überall, im ganzen Generalvikariat, bekannt. Die guten Zeiten im Sinne von Seelsorge sind vorüber. Die Kirchen sind heute kein Selbstzweck, sie müssen ihre Bedeutung für die jeweilige Zeit begründen“, gab er als Mahnung den Festgästen mit. „Dies ist ein Ort gelebter Traditionen. Wir können heute auch Traditionen neu entwickeln.“

Bei der anschließenden Feststunde in der Scheune, dem ersten Treffpunkt der damaligen Gläubigen, überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Volkmar Rüsche für Rat, Verwaltung und die Bürger der Stadt Meinerzhagen Glückwünsche. „Die Magdalenenkapelle ist ein religiöses Wahrzeichen unserer Stadt und ihre Gemeindemitglieder haben hier eine Reihe religiöser Zeichen gesetzt“, erinnerte Rüsche und überreichte der Vorsitzenden des Fördervereins Annette Valenthorn eine Ehrengabe. Auch Annette Valenthorn richtet noch einige Worte an die Festgäste und übergab zum Schluss dem anwesenden Künstler Egon Stratmann einen großen Blumenstrauß anlässlich seines 80. Geburtstages. Stratmann hat der Kapelle mit vielen Malereien und Skulpturen ihr jetziges Gesicht gegeben.

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