Kirchenglocken: Alles in der „Schwebe“

+
Die Lüdenscheider Kreuzkirche (Foto) wird abgerissen. Die Glocken, so eine Idee aus dem Kreiskirchenamt, könnten dann künftig in der Meinerzhagener Jesus-Christus-Kirche schlagen. Dieses Angebot wird in der Volmestadt aber skeptisch aufgenommen.

Meinerzhagen - Etwa 300 000 Euro müssen her, aber wie? Diese Frage stellt sich der evangelischen Kirchengemeinde Meinerzhagen immer noch. Die Glocken der Jesus-Christus-Kirche sind alt. Und sie müssten eigentlich ausgetauscht werden. Dazu wäre diese Summe erforderlich.

Ein Lichtblick ist in diesem Zusammenhang der Glockenfonds. In ihm werden Spenden gesammelt, die in das Projekt „neue Glocken“ investiert werden sollen. Nach der Berichterstattung durch die MZ im Juli, in der die Glocken und noch fehlende Mittel für deren Austausch thematisiert wurden, freut sich Presbyteriumsvorsitzender Friedrich-Wilhelm Schnöring inzwischen über einige Spenden, die nach der Veröffentlichung eingegangen sind: „Darunter waren auch größere Summen, sogar im vierstelligen Euro-Bereich. Insgesamt war das eine hervorragende Aktion.“ Schnöring berichtet im gleichen Atemzug aber auch davon, dass die finanziellen Mittel der Gemeinde aktuell noch immer nicht für ein neues Geläut ausreichen.

Inzwischen gab es sogar ein Angebot aus dem benachbarten Lüdenscheid, das vom Bauamt des Kreiskirchenamtes in Meinerzhagen eingegangen ist: Die Kreuzkirche hat in der Bergstadt keine Zukunft mehr, sie soll abgerissen werden. Die Glocken dieses Gotteshauses seien also unter Umständen verfügbar, hieß es.

Auch Friedrich-Wilhelm Schnöring weiß davon, er ist allerdings skeptisch. Und das hat einen Grund: „Wir haben einen Sachverständigen dazu gehört. Und der hat uns erläutert, dass es keineswegs einfach sei, die Glocken der Kreuzkirche in die Jesus-Christus-Kirche einzubauen. Das Klangbild ist in diesem Zusammenhang wichtig. Neue Glocken beispielsweise würden speziell auf unsere Jesus-Christus-Kirche abgestimmt. Unsere Tendenz ist momentan: Ein Austausch würde wohl nicht funktionieren.“

Pfarrerin Petra Handke erläuterte außerdem, dass bereits ein Glockenbeauftragter der Evangelischen Landeskirche vor Ort gewesen sei. „Aber dessen Gutachten liegt noch nicht vor. Bis dahin müssen wir jetzt erst einmal abwarten.“ Die Seelsorgerin jedenfalls würde sich wünschen, dass das „altgewohnte“ Klangbild, das die Meinerzhagener gewohnt seien, auch nach einem Glocken-Austausch weiter gewährleistet ist.

1920 wurden die drei gusseisernen Glocken in die Christus-Kirche eingebaut, ihre „Lebenserwartung“ beträgt etwa 80 bis 100 Jahre. Ausgetauscht werden müsste das Geläut also in absehbarer Zeit. Dann, so ist geplant, würden Glocken aus Bronze angeschafft (wir berichteten).

Ein zweites Problem konnte indes immer noch nicht gelöst werden: Die Glocken schlagen die Stunden nicht korrekt an. Das, so war bereits im Juli klar, liegt an der Mechanik des Hammers. Eigentlich sollte der Schaden im August behoben werden – doch es sind Probleme aufgetreten. Jetzt muss eventuell ein neuer Motor her.

Wer für neue Glocken spenden möchte, kann unter dem Stichwort „Glockenfonds“ Geld einzahlen auf das Konto mit der IBAN-Nummer DE83458516650000534081

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare