Bis zu 400 Moslems treffen sich zum Fastenbrechen

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Bis zu 400 Moslems versammeln sich täglich an der Moschee, um gemeinsam das Fastenbrechen zu begehen.

Meinerzhagen - Fußball-Nationalspieler Mesut Özil ist ein gläubiger Moslem. Aber er fastet zurzeit nicht.

Der Verzicht ist für Leistungssportler wie ihn während der Europameisterschaft kaum durchzuhalten. Ganz anders ist die Situation für die vielen Meinerzhagener Muslime.

Für sie gelten momentan noch die Regeln des Ramadan, des Fastenmonats. Vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang dürfen die Gläubigen zwischen dem 6. Juni und dem 5. Juli nichts essen und trinken. Ab etwa 21.50 Uhr ist zurzeit das Fastenbrechen angesagt. Moslems versammeln sich zu diesem Zeitpunkt, um sich gemeinsam zu stärken. Das geschieht auch auf dem Gelände der Moschee am Siepener Weg. Dort hat der Vorstand ein großes Zelt aufgebaut, das die Gemeinschaft beim gemeinsamen Mahl vor Witterungseinflüssen schützt.

Osman Batgün ist Vorstandsmitglied im Moscheeverein. Er hat beobachtet, dass an Wochentagen etwa 200 Muslime das kostenlose Angebot des Fastenbrechens an der Moschee annehmen. „Und an den Wochenenden kommen sogar bis zu 400 Menschen, um zu essen und zu trinken – darunter sehr viele Flüchtlinge“, freut er sich.

Aufgetischt wird beim Fastenbrechen einiges: „Suppen, Linsengerichte, Reis, Couscous, Kebab oder Hähnchen“, berichtet Batgün. „Die Speisen sind meist ein wenig fleischlastig“, weiß er. So viele Moslems kostenlos zu versorgen, ist teuer. „Das Geld dafür stammt aus Spenden“, erläutert das Vorstandsmitglied des Moscheevereines. Etwa 20 000 Euro rechne man für das Fastenbrechen jährlich ein, sagt Batgün.

Gekocht wird übrigens direkt in den Gebäuden am Siepener Weg. Das übernehmen allerdings nicht die Mitglieder des Vereins. „Dazu wird eigens ein Koch aus der Türkei eingeflogen“, erklärt Batgün die gängige Praxis.

Ausnahmen vom Fasten gibt es übrigens auch: „Menschen mit gesundheitlichen Problemen, Reisende oder Schwangere beispielsweise müssen ebenfalls nicht auf Essen und Trinken verzichten. Und alle, die gefastet haben, feiern zum Ende des Ramadan ein großes Fest. Das findet in diesem Jahr am 5., 6. und 7. Juli statt. Dann gibt es festliche Mahlzeiten und die Menschen besuchen sich gegenseitig“, blickt Osman Batgün voraus.

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