Moussa Ongoiba sucht eine Arbeitsstelle

Meinerzhagen - Moussa Ongoiba ist auf der Suche. Nicht nach einer Frau oder einem Auto. Nein, der 20-Jährige aus Mali sucht etwas für ihn sehr wichtiges – nämlich eine Arbeitsstelle oder eine Stelle als Praktikant.

„Ich möchte einfach etwas tun“, sagt er. Ongoiba kam im März 2015 nach Deutschland und im Mai desselben Jahres bezog er in Meinerzhagen ein Zimmer. Dort lebt er gemeinsam mit zwei Flüchtlingen aus Pakistan. „Das geht ganz gut“, erzählt Moussa Ongoiba. „Schlecht ist nur, dass ich kaum schlafen kann, denn fast jede Nacht klopfen Menschen von außen laut an die Fenster. Dann schrecke ich hoch.“ Schön sei das nicht, aber sonst fühle er sich gut in der Stadt, denn hier könne er in Frieden leben. In seiner Heimat Mali sei das nicht so gewesen.

Vor der „Islamique“ wäre er heimlich mitten in der Nacht mit einem Freund aus seinem Dorf geflohen. „Wir wollten frei über unser Leben bestimmen können“, das war der Grund für den damals 17-Jährigen, alles hinter sich zu lassen. „In jedem Land habe ich Arbeit gesucht, habe als Maler und Anstreicher gearbeitet“, erzählt er weiter. „Meine Hautfarbe war jedoch immer ein Problem.“

Und genau das mache ihn betroffen, denn er sei doch ein Mensch wie jeder andere auch. „Hier in Meinerzhagen habe ich das jedoch nicht so erlebt“, sagt er leise, während er langsam weiterspricht. „Die jungen Leute hier respektieren Flüchtlinge. Mit denen kommt man klar. Ich möchte hier bleiben, arbeiten und in Freiheit leben.“

Gute Kollegen und gute Freunde, das gehört zum Traum von Moussa Ongoiba. „Und irgendwann eine gute Frau, aber das hat Zeit, ich bin jung.“ Aus den Worten des jungen Mannes spricht Ehrgeiz. Und den hat er schon mehrfach unter Beweis gestellt. Zum ersten Mal, als er nur auf privater Basis die deutsche Sprache erlernte. Moussa Ongoiba besuchte sowohl den Vorkurs Deutsch im Sozialen Bürgerzentrum Mittendrin als auch den Kurs A 1. Und damit es mit der Sprache weiter geht, liest Moussa Ongoiba jeden Tag die Zeitung. „Wenn ich etwas nicht verstehen kann, dann sage ich das und frage nach“, erzählt er weiter. „Von Mai bis Juli habe ich in der Euroschule Tertia Lüdenscheid nicht nur weiter die deutsche Sprache erlernt, sondern auch ein Praktikum als Schreiner gemacht.“ 

Und genau da zeigt sich der schon erwähnte Ehrgeiz des 20-Jährigen wieder, denn er baute zwei Stühle, von denen er einen zum Abschluss geschenkt bekam. Und auch seine Beurteilung kann sich sehr gut sehen lassen. „Es ist gut, etwas zu tun. Ich bin froh, wenn ich etwas machen kann“, sagt er freundlich und bescheiden.

Moussa Ongoiba ist ein Mensch, der die Arbeit sieht. Auch in seinem Wohnheim hilft er dem Hausmeister, wo er nur kann. „Ich würde sehr gerne als Schreiner arbeiten. Das ist kreativ und macht Freude.“

Genauso sehr interessiert ihn jedoch auch die Metallbranche oder eben die Arbeit als Maler oder Lackierer. Aber dazu braucht es eine Arbeitsstelle. Und darum bittet er diejenigen, die ihm die Möglichkeit bieten könnten.

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