Fassadenprogramm: Geld, das niemand will

Der Bereich für Immobilien, die für das Programm infrage kommen, ist eng umfasst und reicht von der Volmestraße im Osten bis zur Krim im Westen. - Grafik: Stadt Meinerzhagen

Meinerzhagen - Die Rahmenbedingungen stimmen, doch die Resonanz bleibt weit hinter den Erwartungen zurück: Das Fassadenprogramm, mit dem Immobilieneigentümer im Innenstadtbereich die Renovierung ihrer Häuserfronten bezuschusst bekommen, ist ein Ladenhüter. Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar zeigte sich gegenüber der MZ entsprechend enttäuscht über das mangelnde Interesse.

„Man weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht steigt das Interesse, wenn die ersten Ergebnisse zu besichtigen sind“, hofft Rothaar auf die Trendwende für das Förderprogramm. Wie berichtet, erhalten Hauseigentümer unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 50 Prozent der Investitionssumme von bis zu 30 Quadratmeter als Zuschuss. Dass genau diese Voraussetzungen bislang dafür sorgten, dass nur zwei (!) Immobilien einen positiven Bescheid erhielten, schließt der Fachbereichsleiter jedoch auch: Eine Absage habe man bislang nicht erteilen müssen. Viel mehr habe es zwar immer wieder Interessenten gegeben, die dann jedoch keinen Antrag gestellt hätten.

Bei einem der beiden Häuser, die sich an dem Programm beteiligen, zählt die Gaststätte Theile an der Derschlager Straße – die MZ berichtete bereits. Der Inhaber eines weiteren Hauses am Krummicker Weg kann ebenfalls fest mit einer Bezuschussung rechnen. Allerdings stehen von den effektiv 161 000 Euro immer noch rund 150 000 Euro im Fördertopf zur Verfügung. Geld, das trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase, die normalerweise zu Investitionen einlädt, kaum jemand etwas wissen will.

Nach Verlängerung der Aktion haben die Hauseigentümer nun noch bis Ende 2018 Zeit, eine Förderung für ihre Fassade zu beantragen. Infrage kommen allerdings nur Gebäude, die in einem extra eingefassten Innenstadtbereich liegen. Die Gebäude müssen nach historischen Gestaltungsmerkmalen renoviert werden. Das Gremium, das über die Anträge entscheidet, setzt sich zusammen aus Vertretern der Stadtverwaltung, je einem Vertreter der Fraktionen im zuständigen Fachausschuss, des Stadtmarketingvereins Meinerzhagen sowie des Düsseldorfer Planungsbüros ASS.

Dass das Geld angesichts der mageren Resonanz am Ende knapp wird, ist unwahrscheinlich, „zumal die Erfahrung zeigt, dass das Land bei positiven Signalen aus den Kommunen auch nochmal ,nachschießt‘“, sagt Friedrich Rothaar. Und sollte selbst die erste Summe, die sich bereits auf dem städtischen Konto befindet, nicht investiert worden sein? „Dann können wir beantragen, das Geld umzuschichten und in städtische Maßnahmen zu investieren.“ Dazu soll es aber nach dem Wunsch der Verwaltung gar nicht erst kommen.

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