„Defi“ als Rettung in höchster Not: Frima ist Vorreiter

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Wolfgang Blechmann und Alexander Engler (von rechts) präsentieren eine Meinerzhagener Premiere: den öffentlich zugänglichen Defibrillator im Eingangsbereich der Firma Frima. Bürgermeister Jan Nesselrath und Katharina Suerbier von der Wirtschaftsförderung wollen nun die Möglichkeit weiterer Standorte prüfen.

Meinerzhagen - Wenn ein Menschenleben auf dem Spiel steht, zählt jede Sekunde. Das weiß auch die Firma Frima aus dem Gewerbegebiet Am Rottland. Dank des Reibbelagproduzenten ist Meinerzhagen nicht länger ein weißer Fleck auf der „Defi“-Karte.

Wer in den vergangenen Jahren einen Erste-Hilfe-Kurs besucht hat, der weiß: Defi steht für Defibrillator – ein Gerät, mit dem ein Herz mittels Stromstößen wieder in Takt gebracht werden kann. Da bei einem Herzstillstand schnelles Handeln gefragt ist, bemühen sich Vereine und Verbände seit langem, solche – öffentlich zugänglichen – Defibrillatoren flächendeckend zu platzieren. In Meinerzhagen gelang dies nicht – bis jetzt.

„Als wir uns die Karte der Standorte angeschaut haben, wussten wir, dass Meinerzhagen endlich auch einen Defi braucht. Wir sind ja ein weißer Fleck“, sagt Wolfgang Blechmann, der bei Frima für die Arbeitssicherheit und das Qualitätsmanagement zuständig ist. Im Zuge einer Ersthelfer-Ausbildung habe man dann den Entschluss gefasst, auf diesem Gebiet tätig zu werden. „Schließlich stellen wir ja auch sicherheitsrelevante Dinge her – die Aktion passt also zu uns!“, erklärt Blechmann.

Am Standort Am Rottland stellt Frima mit circa 60 Mitarbeitern sogenannte Reibbeläge her, also vor allem Bremsbeläge für den nicht automobilen Bereich. Dabei legt das Unternehmen großen Wert auf die allgemeine Zugänglichkeit zum Defibrillator: „Der Eingangsbereich ist ab sofort ständig geöffnet“, sagt Einkaufsleiter Alexander Engler. Natürlich werde dieser Bereich videoüberwacht, um eventuellen Vandalismusschäden oder Diebstahl vorzubeugen. „Uns geht es aber darum, dass auch die Firmen in der Nachbarschaft im Notfall schnelle Hilfe zur Verfügung gestellt bekommen“, so Engler.

Öffentlicher "Retter" erklärt sich von selbst

Wenngleich die Ersthelfer der Firma Frima in nächster Zeit noch eine gesonderte Einweisung erhalten, erkläre sich das Gerät von selbst. „Sobald es angeschaltet ist, gibt es selbst Anweisungen, was zu tun ist“, erklärt Wolfgang Blechmann. Zusätzlich werden anhand einer kurzen Schautafel die wichtigsten Funktionen erklärt.

Das Wichtigste: „Man kann mit dem Gerät niemandem schaden, nur helfen“, betont Blechmann. Denn der Defibrillator erkenne selbst, ob ein Herzstillstand tatsächlich vorliegt oder nicht. „Wenn das Herz noch schlägt, löst das Gerät nicht aus.“ Angst vor einer Fehlbedienung müsse also niemand haben.

Auch Bürgermeister Jan Nesselrath und Katharina Suerbier von der städtischen Wirtschaftsförderung begrüßten die etwa 1300 Euro teure Investition in die Sicherheit und ziehen weitere, öffentlich zugängliche Standorte in Erwägung. „Allerdings muss man schauen, dass man Bereiche in der Stadt wählt, an denen die Geräte nicht gleich gestohlen werden“, betonte Nesselrath. Er hofft nun auf ähnlich engagierte Unternehmen wie die Firma Frima, die bewusst eine Vorreiterrolle in Meinerzhagen einnehmen will. „Vielleicht kommen jetzt ja auch andere auf die Idee, einen Defibrillator anzuschaffen“, hofft Wolfgang Blechmann.

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