Stadt will Schulen für Sparsamkeit belohnen

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Teure Energie: Die Stadt erhofft sich durch ein neues Programm Einsparungen an Schulen.

Meinerzhagen - Hohe Energiekosten sind ein Graus für jeden Eigentümer und letztlich auch Mieter. Erst recht für die Besitzer solcher Immobilien, die über zahlreiche große Räume und hohe Decken verfügen – wie etwa Schulen: Auf rund 174 000 Euro beliefen sich im Jahr 2015 die Strom- und Heizkosten an den Schulen in städtischer Trägerschaft. Eine Summe, die mit einen neuen Programm reduziert werden soll.

„Fifty-Fifty“ nennt sich das Konzept, mit dem die Verwaltung der Energieverschwendung einen Riegel vorschieben will. Der Name ist Programm: Die beteiligten Schulen beziehungsweise deren Fördervereine sollen 50 Prozent der eingesparten Energiekosten für schulische Zwecke erhalten, die restlichen 50 Prozent sollen den städtischen Haushalt entlasten. Wem keine Einsparung gelingt, muss eine Belastung aber nicht befürchten, heißt es in einer Vorlage, die dem Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt am kommenden Dienstag, 13. September, vorgelegt wird (17 Uhr, Ratssaal).

Die Verwaltung erinnert in ihrem Konzept an die zurückliegenden baulichen Maßnahmen zur Energieeinsparung, insbesondere hinsichtlich Dach- und Fassadendämmung, Isolierverglasung und Haustechnik. Daher verfüge der Gebäudebestand der Stadt bereits über ein gutes Niveau. Eine weitere Möglichkeit der Optimierung bestehe nun aber nicht nur in weiteren gebäudetechnischen Erneuerungen, sondern auch durch die Änderung des Nutzerverhaltens: Darin, so heißt es, sieht man ein Einsparpotenzial in Höhe von 10 bis 15 Prozent.

Mit dem Programm „Fifty-Fifty“, das in ähnlicher Form bereits in anderen Städten durchgeführt wird, sollen Schüler zum einen zum verantwortungsbewussten Umgang mit Energie erzogen werden und zum anderen ein aktiver Klimaschutz durch geringere CO2-Emissionen erreicht und Betriebskosten minimiert werden.

„Energiedetektive“ in den Klassen

„Denkbar wäre beispielsweise, das Thema ,Fifty-Fifty‘ zum Gegenstand des Unterrichts, von Projekttagen, Arbeitsgemeinschaften und Exkursionen zu machen oder auch, je Klasse einen Energiedetektiv zu bestimmen“, schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Ausschussvorlage. Bei Fragen und der Ausstattung technischer Hilfsgeräte wie Engergiekostenmessgerät oder Luxmeter stehe das Gebäudemanagement der Stadt helfend zur Seite.

Zunächst soll das Programm ausschließlich für den Heizenergie- und den Stromverbrauch durchgeführt werden. „Als Referenzwert wird je Schule der Durchschnittsverbrauch der letzten drei Jahre zugrunde gelegt“, heißt es. Allerdings müsse keine Schule Nachteile durch einen harten Winter befürchten: Die Verbrauchswerte der Heizenergie würden „witterungsbereinigt“, um wetterbedingte Schwankungen zu berücksichtigen. „Insgesamt ist die Verwaltung der Auffassung, dass es sich bei der Umsetzung des Programms ,Fifty-Fifty‘ quasi um eine Win-Win-Situation handelt, da einerseits die Schulen und damit die Schüler für ihre Bemühungen in puncto Energiekosteneinsparung belohnt werden und andererseits der Haushalt der Stadt Meinerzhagen entlastet wird.“ Zudem werde ein hoher pädagogischer Nutzen erfüllt.

Als Pilotprojekt soll das Programm Anfang 2017 starten und zunächst bis Ende 2019 befristet sein. Eine Verlängerung der Aktion sei jedoch wünschenswert, da sich die Verwaltung eine nachhaltige Energieeinsparung erhofft. Auch eine Ausweitung auf weitere städtische Einrichtungen wie Gerätehäuser, Musikschule oder die Verwaltung selbst sei denkbar.

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