Spektakulärer Abrissplan

Einkaufszentrum geplant: Abriss der Stadthalle im Gespräch

+
Das Stadthallenumfeld wird derzeit umgestaltet - und auch die Stadthalle selbst könnte bald Ziel der Bagger sein.

[Update, 17.05 Uhr] Meinerzhagen - Die in die Jahre gekommene Stadthalle könnte schon bald Geschichte sein: Die Stadtverwaltung bestätigte am Nachmittag der MZ vorliegende Informationen, nach denen der Abriss des Gebäudes erwogen wird. Im Anschluss sollen von einem Investor Geschäfte und eine „neue“ Stadthalle erbaut werden.

Dabei wird von offizieller Seite betont, dass es sich lediglich um einen "Impuls im Sinne eines offenen Gedankenaustausches" handele. Konkret heißt es weiter: Einhergehend mit einem Ansatz, dass die Stadt das Gebäude der Stadthalle und die dahinterliegenden Parkplatzfläche zur Verfügung stellen würde, könnte ein Einkaufszentrum, verbunden mit einem multifunktional zu nutzenden Bereich im Sinne einer neuen Stadthalle, entwickelt werden." Die Ansiedlung von Geschäften könnte "in einem modernen, attraktiven Umfeld als Kundenmagnet wirken und damit als Wirtschaftsfaktor für die gesamte Innenstadt fungieren, wenn entsprechende Überlegungen behutsam und unter ganzheitlichen Gesichtspunkten entwickelt würden", so istder Stellungnahme der Stadtverwaltung zu entnehmen, die nach der Veröffentlichung auf come-on.de online gestellt wurde.

Einkaufszentrum geplant

Wie die MZ im Vorfeld erfuhr, beklagt die Verwaltung in der 1978 eröffneten Stadthalle einen Sanierungsstau in Höhe von etwa 2 Millionen Euro – doch auch ohne diese Großinvestition fallen für die Unterhaltung der Halle jährlich 400 000 Euro an laufenden Kosten an. Konkrete Zahlen nennt die Stadt in ihrer Mitteilung zwar nicht, jedoch ist auch darin die Rede von "erheblichen Investitionen", die für die Sanierung notwendig sei. Ein Investor will nun – so ist aus zuverlässiger Quelle zu hören – an Stelle der Stadthalle ein Einkaufszentrum mit einer Fläche von 9000 Quadratmetern bauen. Auch ein Veranstaltungssaal soll darin enthalten sein. Die Verwaltung hält diese Möglichkeit offiziell für "denkbar".

KuK befürchtet höhere Kosten

Im Raum steht laut Mitteilung der Stadt ein Konzept, nach dem eine neu errichtete Stadthalle dauerhaft von der Stadt angemietet werden könnte und die Untervermietung an Vereine "zu den üblichen Konditionen" erfolgen würde. Wolfgang Schmitz vom Kulturverein KuK äußerte sich auf Anfrage der MZ entsprechend besorgt: Angesichts eines Investorenmodells rechnet er für den Verein mit erheblich höheren Kosten, wenn es um die Anmietung der geplanten Veranstaltungssäle geht. 

Und auch die Bauphase selbst könnte den Kommunikations- und Kulturverein vor ein Problem stellen: "Natürlich ist die Stadthalle für KuK von erheblicher Bedeutung. Zumindest während der Bauphase an der Halle hätten wir keine adäquate Ausweichmöglichkeit für Veranstaltungen ab 100 Besucher." Schmitz hofft auf eine Beteiligung der Öffentlichkeit, wenn es um den Bau neuer Veranstaltungsräume geht. "Es wäre natürlich schön, wenn wir auch eine Möglichkeit für 100 bis 250 Personen hätten. Für solche Veranstaltungen war das Foyer bislang zu klein, der große Saal jedoch viel zu groß."

Stadt will Bürger beteiligen

Wie es nun konkret weitergeht, will die Stadt rechtzeitig bekanntgeben, wie es in ihrer Pressemitteilung heißt. Die aktuelle Information der Bürger sei "ein wesentlicher Bestandteil des weiteren Vorgehens". Grundsätzlich verfolge die Verwaltung das Ziel, "die Innenstadt und den Einzelhandel so zu stärken, dass eine in jeder Hinsicht positive Entwicklung gefördert wird".

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare