Streitpunkt Stadthalle

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Bei der Ortsvereinsversammlung im Awo-Treff nahm die Diskussion um die Stadthalle einen breiten Raum ein.

Meinerzhagen - Die Stadthalle ist in aller Munde – und so wunderte es nicht, dass das Thema auch in der Versammlung des SPD-Ortsvereins am Mittwochabend im Awo-Treff breiten Raum einnahm. Eine mitunter emotional geführte Diskussion endete mit dem Appell zweier ehemaliger Bürgermeister.

„Wir dürfen nicht den Anschein erwecken, Statthalter des Bürgermeisters zu sein!“, ärgerte sich Jürgen Pietsch über den Kurs der SPD-Fraktion. Und sein einstiger Nachfolger im Bürgermeisteramt, Erhard Pierlings, sieht bei allen Parteien gar die Kehrtwende in Sachen Stadthallen-Zukunft – nur nicht bei seiner SPD. Er freue sich zwar, dass sich seine Partei offenbar noch nicht festgelegt habe, doch angesichts fehlender konkreter Informationen aus der Verwaltung „haben wir eine Hängepartie bis zum Elfmeterschießen vor uns“. Spätestens dann müsse sich die Fraktion erklären.

Zuvor hatte Fraktionsvorsitzender Rolf Puschkarsky auf die vergangenen Monate seit Bekanntwerden der Ideen zur Stadthalle zurückgeschaut – und dabei wiederholt betont, die Diskussion weiterhin ergebnisoffen begleiten zu wollen. Unverständnis äußerte er für die jüngsten Aussagen Raimo Bengers, der sich im Rahmen der Info-Veranstaltung der UWG am Dienstag klar für den Erhalt der Stadthalle ausgesprochen hatte (die MZ berichtete). Mit Verweis auf ein Zitat Bengers in der Meinerzhagener Zeitung vom 22. Juni sagte Puschkarsky: „Es ist so, wie wir ihn kennen: Er hat das Fähnchen wieder nach dem Winde gedreht.“ In einer der damaligen Stellungnahmen hatte Benger gegenüber der MZ unter anderem erklärt: „Es wäre klasse, wenn ein Investor das realisieren würde.“

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Rolf Puschkarsky betonte zudem, dass SPD-Ratsherr Ulrich Müller nach der Unterrichtung der Fraktionen durch die Verwaltung Anfang Juni umgehend auf eine Veröffentlichung der Pläne gedrängt, Bürgermeister Jan Nesselrath aber daraufhin um Stillschweigen gebeten und eine zeitnahe Information der Bürgerschaft angekündigt habe. „Natürlich kann man auch fragen, was Transparenz überhaupt bedeutet: Ist es die Information durch Mitteilungen oder die klare Aussage der Stadt, was sie nun eigentlich will“, sagte der Fraktionsvorsitzende. „Unschöne Diskussionen und sogar Anfeindungen unter Freunden hätten nicht sein müssen, wenn zügig und schnell gesagt worden wäre, was gemacht und was gewünscht ist!“

Ulrich Müller ärgerte sich in diesem Zusammenhang über eine fehlende Diskussionskultur: „Ich habe das Gefühl, es ist verboten, über irgendetwas nachzudenken.“ Und auch Rainer Schmidt erklärte: „Überlegen kann sinnvoll sein. Sonst müsste man sich in einigen Jahren vorhalten lassen, dass es mal Interessenten gab, die wir noch nicht einmal angehört haben.“ In einem waren sich die etwa 20 Anwesenden einig: Es gibt trotz der langen Zeit seit der Bekanntgabe der Pläne wenig Konkretes, über das sich sachlich diskutieren ließe. Die Emotionalität erklärte sich Erhard Pierlings mit fehlenden Informationen. „Wie soll man etwas rational erörtern, wenn man keine Fakten hat?“

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