Thema im Rat: Stolpersteine gegen Anlieger-Willen?

Bei der Stolpersteine-Diskussion geht um je eine Verlegestelle an der Lindenstraße sowie Zum Alten Teich. - Foto Isleib

Meinerzhagen - Ehe die Stadthallendiskussion Fahrt aufnahm, stand ein anderes Thema im Fokus der Ratsfraktionen: die Verlegung der Stolpersteine gegen den Willen der Anlieger. Am kommenden Dienstag (17 Uhr, Ratssaal) steht das Thema erneut auf der Tagesordnung. Der Ausgang der Abstimmung über den Antrag der Fraktion Linke und Piraten ist offen.

Im Vorfeld der Ratssitzung vom 23. Mai war viel über die anvisierte Entscheidung gesprochen worden – in den Fraktionen wie in der Öffentlichkeit. Wie berichtet, hatte die Fraktion Linke und Piraten beantragt, eine Verlegung auf städtischem Grund grundsätzlich zuzulassen. Ein Ziel, das seit langem auch die Initiative Stolpersteine im Heimatverein Meinerzhagen verfolgt. Den Zeitpunkt des Antrags hielt deren Mitglied Herbert Langenohl damals aber für unglücklich. Langenohl hoffte auf eine einvernehmliche Lösung und wollte eine Kampfabstimmung mit ungewissem Ausgang verhindern. Um weitere Beratungen im Hintergrund zu ermöglichen, bat er Linke und Piraten darum, ihren Antrag zurückzuziehen und in der nächsten Ratssitzung nach der Sommerpause das Thema wieder zu erörtern. Am Dienstag ist es nun so weit.

Diesmal jedoch, betonte Rolf Hantschel am Mittwoch auf MZ-Anfrage, laufe alles auf eine Abstimmung zur Stolpersteinverlegung hinaus. Der Initiator des Antrags von Linke/Piraten stand nach eigener Aussage in dieser Woche bereits in Kontakt zur Initiative Stolpersteine und habe dabei seinen Standpunkt erörtert. „Es fanden in den vergangenen Monaten zwar Gespräche statt und wir würden auch einem abgeänderten Antrag zustimmen, der einstimmig angenommen wird. Aber zu solch einem Antrag ist es bislang leider nicht gekommen.“ Teils habe ein einziges Wort die Zustimmung zu solch einem interfraktionellen Papier verhindert.

Konkret geht es bei der Diskussion um je eine Verlegestelle an der Lindenstraße sowie Zum Alten Teich, wo sich die Eigentümer der anliegenden Gebäude bislang nicht mit der Installation der Stolpersteine einverstanden erklärt haben. Inzwischen hat auch eine in den USA lebende Enkeltochter der Familie Stern (Zum Alten Teich) an die Fraktionen und den Bürgermeister appelliert, einer Verlegung zuzustimmen.

Wie eine Abstimmung enden würde, ist ungewiss. Nach einer MZ-Umfrage unter den Fraktionen vor der Mai-Ratssitzung hatte sich eine äußerst enge Entscheidung angebahnt. „Ich rechne mit einem knappen Abstimmungsergebnis zugunsten unseres Antrags“, ist Rudolf Hantschel optimistisch, den Antrag von Linken und Piraten am Ende durch den Rat zu bringen.

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