Grüne fragen: „Ist die Stadthalle zu retten?“

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Der KuK-Vorsitzende Karl-Heinz Kraus sowie Karl Hardenacke und Ingolf Becker von den Grünen (von links) machten ihren Positionen deutlich.

Meinerzhagen - „Ist die Stadthalle noch zu retten?“ lautete das Thema beim Bürgertreff von Bündnis 90/Die Grünen am Dienstagabend in der Galerie Langenohl.

Anwesend waren auch Vertreter von KuK (Verein zur Förderung von Kommunikation und Kultur) sowie vom vor einer Woche gegründeten Kreis „Pro Stadthalle“, der sich für den Erhalt einsetzen will und an diesem Abend weiteren Zulauf erhielt.

Dass der Unmut der Bürger an den Vorschlägen der Verwaltung und ihrer laut Abriss-Gegner „mangelhaften Informationspolitik“ wächst, zeigte sich an den Besucherzahlen. Waren zur ersten Versammlung des Initiativkreises rund 25 Bürgerinnen und Bürger erschienen, hatte sich ihre Zahl bei der Veranstaltung der Grünen bereits verdoppelt.

Grünen-Sprecher Karl Hardenacke machte deutlich, dass der Ortsverband – entgegen anderweitiger Behauptungen – erst durch die Presse von den Überlegungen der Stadtverwaltung erfahren und sich als einzige Fraktion für den Erhalt der Stadthalle ausgesprochen habe. Antworten auf einen Fragenkatalog, der der Stadtverwaltung vorgelegt und auf der Homepage des Ortsverbandes veröffentlicht worden sei, seien noch nicht eingegangen. Sie sollen bei Erhalt ebenfalls umgehend auf der Internetseite erscheinen.

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Wie der KuK-Vorsitzende Karl-Heinz Kraus erläuterte, habe es seitens der Künstler noch keine Beschwerden über die Räumlichkeiten und die Ausstattung der Stadthalle gegeben. Er unterstrich ihre Bedeutung „als prägender Stadtmittelpunkt und Ort für kulturelle Veranstaltungen“ und betonte anschließend: „Ein solches Alleinstellungsmerkmal muss man sich schon was kosten lassen.“ Deshalb wollen die Abrissgegner nun auch die Region als Einzugsgebiet der Stadthalle für ihren Erhalt gewinnen und das Gespräch mit ihren Wahlkreisvertretern und Ratsmitgliedern suchen.

Zweifel äußerten die Versammelten „an den in Umlauf gebrachten Sanierungs- und Folgekosten“. Die Unterbringung der Stadtbücherei und des Stadtarchivs seien dabei nicht berücksichtigt worden. Ebenso wenig Ausweichmöglichkeiten für die Vereine, die die Stadthalle für ihre Proben oder Veranstaltungen nutzten. Auch sei nicht klar, was die Stadt die Nutzung eines von einem einzig am Gewinn interessierten Investors errichteten Veranstaltungsraumes kosten werde.

Der Begriff Einkaufszentrum müsse dringend „entzaubert“ werden, verlangte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Ingolf Becker. Für ein Einkaufszentrum, das etwa mit dem Sterncenter vergleichbar sei und nach Aussage des Bürgermeisters auf jeden Fall ein Vollsortiment enthalten solle, das bereits vom benachbarten Hit-Markt geboten werde, fehle vor Ort sowohl der Platz als auch die Kaufkraft, waren sich die Versammelten einig. Es entstehe vielmehr der Eindruck, dass man die Stadthalle vor allem als Kostenfaktor kurzfristig abstoßen wolle. Stattdessen sollte über kreative und nach vorn schauende Lösungen für eine Sanierung und den Erhalt nachgedacht werden.

Die Gründung eines Fördervereins sowie eine professionellere und intensivere Nutzung wurden unter anderem als mögliche Mittel genannt.

Weitere Aktionen sollen beim nächsten Treffen des Kreises „Pro Stadthalle“ am Mittwoch, 17. August, ab 18 Uhr in der Galerie Langenohl vorbereitet werden. Interessierte Bürger sind dazu eingeladen.

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