Denkmalschutzprüfung: Pläne zur Stadthalle liegen auf Eis

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Die Stadthalle in Meinerzhagen.

Meinerzhagen - [Update 15.50 Uhr] Die Überlegungen der Stadtverwaltung zur Zukunft der Stadthalle liegen auf Eis: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) prüft die Denkmalwürdigkeit des Gebäudes. Jetzt hat sich gegenüber der MZ auch der Initiator dieser Prüfung geäußert.

In einer ersten Stellungnahme hatte sich am Freitagmittag Bürgermeister Jan Nesselrath verärgert über die neue Entwicklung geäußert, die die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen angestoßen hat. Der nun zu erwartende Prozess verlagere die Entscheidung über die Zukunft der Stadthalle von der Bürgerschaft der Stadt zu einer einzelnen Behörde, die nun die Weichen der Stadthallen-Zukunft stelle. 

Verwaltung: "Ideen, Debatten und Optionen liegen zunächst auf Eis"

„Auch alle Ideen, Debatten und Optionen zur möglichen Gestaltung liegen nun zunächst auf Eis. Damit stellt dieser Schritt einen fundamentalen Einschnitt in die laufenden Entwicklungen dar.“ Zudem erwartet die Verwaltung höhere Kosten und strengere Auflagen – auch hinsichtlich künftiger Planungen und das Umfeld der Stadthalle betreffend. Weiter heißt es: „Zusätzliche Ausgaben aufgrund spezifischer Bau- und Materialvorgaben, des erhöhten Personalaufwandes und der komplexeren Arbeiten würden eine entsprechende Erhöhung der Ausgaben zur Sanierung der Stadthalle vermuten lassen.“ 

Hardenacke: "Die Frage der Denkmalschutzwürdigkeit stellt sich einfach"

Im Gespräch mit der MZ bestätigte Grünen-Sprecher Karl Hardenacke eine Anfrage beim LWL, der unter anderem für Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen und damit auch für die Prüfung von Denkmälern zuständig ist. „Die Frage der Denkmalschutzwürdigkeit stellt sich im Zuge der Diskussion einfach, so dass ich mir darauf eine Antwort erhoffe“, sagte Hardenacke, der auch an den Fragenkatalog seiner Fraktion erinnerte, den er gemeinsam mit Ingolf Becker im Juli veröffentlichte. Keine der 15 Fragen sei bislang beantwortet worden. Bereits damals hinterfragten die Grünen, ob die Stadthalle unter Umständen ein besonders schützenswertes Gebäude darstellt. „Die Kontaktaufnahmen mit Behörden und Institutionen gehört zu den Aufgaben, die ich auch in der Initiative ,Pro Stadthalle‘ übernommen habe. Dabei habe ich auch herausgefunden, dass durchaus Gebäude der 1960er-, -70er- und -80er-Jahre eine gewisse Schutzwürdigkeit aufweisen können.“ 

Wie berichtet, hatte die Stadtverwaltung im Juni infolge von Recherchen der MZ die Pläne zum Bau eines Einkaufszentrums nebst Veranstaltungssaal veröffentlicht. Daraufhin entbrannte eine Debatte, in deren Folge ein Ratsbürgerentscheid über das weitere Vorgehen Aufschluss geben sollte.

Die komplette Pressemitteilung der Stadt vom 19. August 2016 finden Sie hier.

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