2. Autofreies Volmetal dieses Mal "nur mit Schauern"

„Bei Sonnenschein kann jeder mit dem Rad fahren, aber bei dem Wetter ist das ein echtes Bekenntnis."

Kaum hatte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) als prominentester Gast am Sonntagvormittag die Besucher des Aktionstages „Autofreies Volmetal" am Startpunkt in Meinerzhagen begrüßt, wurden die Regencapes ausgepackt.

Beim Start mit Politikern von Bund, Land, Kreis und Kommunen herrschte gute Laune. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Rund 9000 Radler, Inliner, Jogger und Wanderer waren auf der B 54 entlang der Volme bis Schalksmühle unterwegs.

Nach der verregneten Premiere im vergangenen Jahr und den zuletzt wenig aufmunternden Ereignissen, herrschte bei den Organisatoren des Märkischen Kreises gestern Morgen Zweckoptimismus.

„Das Wetter-Radar sagt nur vereinzelte Schauer voraus", hoffte Regionale-Beauftragter Frank Adler auf eine stabile Vorhersage. Doch im Laufe des Tages zog doch noch ein ums andere Mal das gewohnte Wetter der Märker durch.

Zwar hätte die Strecke durchaus noch mehr Teilnehmer verkraftet, aber Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper war mit der Teilnehmerzahl dennoch zufrieden.

Wie viele bekennende Radler auf der 21 Kilometer langen Strecke unterwegs waren, überraschte dann doch den Minister: „Dieser Aktionstag hat die Chance, ein echtes Volksfest im Volmetal zu werden."

Die erste Tour dieser Art auf der B 54 war damals zugleich Groscheks erster Arbeitstag. Mit der zweiten und sogar längeren Auflage habe das „Autofreie Volmetal" schon ein Stück Tradition entwickelt.

„Solange ich diese Veranstaltung besuchen darf, sitze ich im Ministerium fest im Sattel", schlug er den Bogen zum Ausflug mit dem Rad. Gemeinsam mit Landrat, Minister, Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie Kommunalpolitikern aus dem Kreistag und den Räten radelte Groschek über die Strecke.

Bei einem kurzen Zwischenstopp an der Talstraße in Lüdenscheid informierte er sich beim Ortsbeauftragen des THW, Klaus Cordt, über den Einsatz der Hilfskräfte an der Elbe. Wie immer in Katastrophenfällen, fehlten ganz spezielle Dinge.

„Diesmal waren es Wasserhosen. Aber Lücken muss man in Kauf nehmen." Ein Umstand, den Groschek kennt: „Wie im Ministerium."

Dass gemeinsam mit Polizei und Feuerwehr die Einsatz- und Hilfskräfte von THW, DRK, Johannitern und Maltesern in geplanter Mannschaftsstärke vor Ort waren und damit die Veranstaltung ermöglichten, beruhigte Landrat Thomas Gemke: „Aber ich hoffe, dass keine schwerwiegenden Einsätze nötig sein werden."

Tatsächlich verbrachten die Sanitäter einen ruhigen Tag und mussten lediglich Prellungen und Schürfwunden versorgen. Ein großes Lob richtete Gemke an die 120 Vereine, Verbände, Organisationen und Unternehmen, die die Bundesstraße auch in einen Unterhaltungs- und Erlebnisparcours verwandelten.

Meinerzhagens Bürgermeister Erhard Pierlings dachte bei seinem Dankeschön an alle Beteiligten schon einen Schritt weiter: „Wenn die Strecke jedes Jahr erweitert wird, landen wir irgendwann in Ostfriesland."

Rubriklistenbild: © come-on

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