Volkspark in neuem Glanz – aber ohne ZOB-Verbindung

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Der Volkspark soll sich zu einem Treffpunkt entwickeln, an dem Jung und Alt nicht nur Kultur erleben, sondern sich auch ausruhen können. Auch ein Mehrgenerationenspielplatz ist geplant (links), südlich und westlich der Villa (Mitte) soll eine Terrassenfläche entstehen.

Meinerzhagen - Die Zukunft des Volksparks wurde am Montag auf den Weg gebracht: Der Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt gab grünes Licht für die umfangreichen Pläne des „grünen Herzens“ von Meinerzhagen. Insgesamt rechnet die Verwaltung mit Gesamtkosten in Höhe von 400 000 Euro, die zu 60 Prozent mit Städtebaufördermitteln finanziert werden sollen. Allerdings hat sich die Politik vom einstigen Kernelement der Pläne vorerst verabschiedet.

Was nämlich mit der Umgestaltung des Parks anfangs und in den Förderanträgen beabsichtigt war – eine Wegebeziehung zwischen ZOB und Innenstadt herzustellen – fällt dem Rotstift zum Opfer. Denn die etwa 62 000 Euro, die für die Schaffung einer fußläufigen Verbindung mittels einer Rampe hätten investiert werden müssen, sollen zugunsten eines Spiel-Angebots für alle Generationen mindestens zurückgestellt werden. Aufgeschoben sollte nach dem Willen der Verwaltung aber nicht aufgehoben sein: Nach der ursprünglichen Beschlussvorlage hätte die Politik bereits in der Montagssitzung dafür stimmen sollen, die Wegebeziehung nach Verfügbarkeit der Mittel nachträglich herzustellen. Hoffnung schöpfen die Verantwortlichen offenbar aus weiteren Fördermitteln. Doch diesen Vorratsbeschluss kippte die SPD, deren Antrag sämtliche Fraktionen folgten.

Fraktionen lehnen Vorratsbeschluss ab

„Die Ausschüsse sollten erst dann über die Mittelvergabe entscheiden, wenn diese zur Verfügung stehen“, schloss sich Volkmar Rüsche (CDU) der Meinung von SPD-Ratsherr Peter Kamphaus an. Und auch Klaus Laufer (UWG) und Karl Hardenacke (Grüne) sahen keine Notwendigkeit, einen kurzen Weg vom Park zum ZOB in Beton zu gießen – was allerdings Gefahren birgt, wie Jutta Gruß-Rinck vom Stadtplanungsbüro ASS betonte. Die Wegebeziehung zum ZOB sei schließlich bei der Antragstellung von Fördergeldern ein wichtiges Kriterium für die Bezirksregierung gewesen, betonte sie. „Nun ist der Spielplatz auf Wunsch der Bürger hinzugekommen und die einst angedachte Reitertreppe weggefallen. Punkt 3 (Anm.d.Red.: der Vorratsbeschluss) haben wir aber im Sinne der Bezirksregierung behalten wollen, damit wir nicht die Umsetzung gefährden“, warb Gruß-Rinck letztlich jedoch vergebens. Einzig Matthias Scholand (CDU) votierte am Ende dafür, die Grundidee beizubehalten.

Einstimmiger Beschluss für Freiraumkonzept

Einstimmig sprach sich der Ausschuss jedoch für die übrigen Maßnahmen aus, die sich an dem bereits im August vorgestellten Freiraumkonzept für den Volkspark orientieren. Dazu zählen unter anderem folgende Punkte:

- Die Fällung von circa 50 Bäumen, die als nicht denkmalgerecht bewertet werden, sowie die Pflanzung von 13 Bäumen, die als Ersatzbepflanzung abgestorbener Exemplare gelten,

- die Wiederherstellung des historischen Hasel-Hains,

- die Verlegung und Neuanlage der Wege nach historischem Vorbild,

- der Bau und die Aufwertung verschiedener Parkeingänge,

- der Bau eines Mehrgenerationen-Spielplatzes im westlichen (nicht denkmalgeschützten) Bereich inklusive Boule-Bahn,

- der Bau eines Freiluft-Schachspielfeldes,

- ein etwa 300 Quadratmeter großer Terrassenbereich an der Villa,

- der Einbau einer Tribüne am Hang,

- die Beleuchtung des Volksparks nach einem noch vorzulegenden Konzept,

- die Aufstellung von 15 neuen Sitzbänken.

Wenn auch der Rat am 23. Mai zustimmt, kann das Projekt „Volkspark“ angegangen werden.

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