120 „neue“ Flüchtlinge: Bitte um Kleidungsspenden

+
Dankbar sind die Mitarbeiterinnen im Sozialen Bürgerzentrum für alle Spenden. Allerdings werden bei Susanne Berndt (links) und Martina Bettinger auch viele Kleidungsstücke abgegeben, die bei jungen Männern wenig oder gar nicht gefragt sind.

Meinerzhagen - Nach Meinerzhagen werden wieder mehr Flüchtlinge als in den vergangenen Monaten zugewiesen.

Um die vorgeschriebene Quote erfüllen zu können, müssen im September weitere etwa 75 hilfesuchende Menschen in der Volmestadt aufgenommen werden. 45 Flüchtlinge werden zudem bereits am Ende des Monats August angekommen sein – ein Teil von ihnen ist bereits untergebracht.

Diese relativ große Anzahl an Menschen wird deshalb auf die Meinerzhagener Quote angerechnet, weil sie der Personenzahl entspricht, die bis Mai in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in der Jugendherberge untergebracht war. Nach deren Schließung ist nun die Stadt in der Pflicht. Insgesamt, so der „Verteilerschlüssel“, soll die Volmestadt etwa 450 Flüchtlinge aufnehmen. Das wird nicht ohne die Plätze in der (noch) leer stehenden Jugendherberge gehen, die bekanntlich von einer Investorengemeinschaft aus Gelsenkirchen in ein Hospiz umgebaut werden soll. Etwa ein Jahr darf die Stadt wegen einer Sondervereinbarung hier noch Flüchtlinge unterbringen.

Dass die Zahl der Hilfesuchenden wieder steigt, merken auch die Verantwortlichen im Sozialen Bürgerzentrum „Mittendrin“ am Prumbomweg. Mitarbeiterin Martina Bettinger und Susanne Berndt vom heimischen Arbeitskreis Flüchtlinge benötigen deshalb dringend Spenden für die Kleiderkammer in der Einrichtung. Besonderer Mangel herrscht momentan an Garderobe für jüngere Männer. „Wir sind dankbar für jede Spende. Aber es ist viel dabei, was junge Leute nicht anziehen“, berichtet Susanne Berndt. Das bestätigt ein Blick in die Regale: Schlipse, dunkle Anzugjacken, Stoffhosen in gedeckten Farben. „Es wäre schön, wenn wir mehr T-Shirts und Jeans bekämen“, wünscht sich Berndt und fügt augenzwinkernd hinzu: „Vielleicht haben einige junge Meinerzhagener im Urlaub ja auch zu viel Pizza gegessen und sind deshalb aus ihrer Kleidung herausgewachsen. Dann sollten sie die Teile, die nicht mehr passen, bei uns abgeben.“

Die Art der Garderobe ist die eine Sache, die Konfektionsgröße ein andere. Bislang, so die Erfahrungen im „Mittendrin“, sind hauptsächlich junge, schlanke und eher kleinere Männer in Meinerzhagen angekommen. „In den meisten Fällen sind es Geburtsjahrgänge um 1995“, berichtet Susanne Berndt. Weil aber im September vermehrt Familien erwartet werden, ist grundsätzlich weiter alles an Kleidung erwünscht – auch für Kinder. Und Schuhe können ebenfalls abgeliefert werden. Besonders begehrt: sportliche Modelle.

An Frauenkleidung herrscht im „Mittendrin“ übrigens kein Mangel: „Ich denke, weil unser Geschlecht eher dazu neigt, den Kleiderschrank hin und wieder auszuräumen und sich neue Sachen zu kaufen“, lacht Susanne Berndt.

Die Öffnungszeiten des „Mittendrin“ am Prumbomweg sind: montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 17.30 Uhr. Samstags und sonntags ist geschlossen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare