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L707: Fußgänger schlägt auf Motorradfahrerin ein

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Motorradfahrer kurz hinter der sogenannten „Applauskurve“ auf der L707 in Richtung Valbert: Immer wieder kommt es hier zu Verstößen gegen das Tempolimit.

Valbert - Die Landesstraße 707 zwischen Valbert und Herscheid birgt immer mehr Konfliktpotenzial. Am Sonntag entstand auf dem von Motorradfahrern gern genutzten Teilstück ein Video, das mittlerweile im Internet kursiert und eine erschreckende Szene zeigt: Ein Fußgänger schlägt mit einem Stock nach zwei Kradfahrern. Eine 24-jährige Oberhausenerin wird dabei leicht verletzt.

Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde in Iserlohn, bestätigte am Dienstag auf Anfrage, dass die Behörde wegen „gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr“ gegen einen 47-jährigen Lüdenscheider ermittelt: Er soll die Oberhausenerin am Sonntagnachmittag gegen 15.45 Uhr in voller Fahrt mit einem Stock am Rücken getroffen haben. Nur durch Glück sei es nicht zu einem Sturz gekommen. Die junge Frau habe ihre Maschine kurz nach dem Vorfall kontrolliert stoppen können. 

Internet-Video dokumentiert den Vorfall

Wie auf dem Video zu sehen ist, passiert zunächst ein älterer Passant die L707 in dem gefährlichen Teilstück, das oftmals von Motorradrasern als „Teststrecke“ benutzt wird. Dabei bremst er nicht nur Motorradfahrer, sondern auch Autofahrer aus. Im Anschluss versuchen zwei Erwachsene mit einem Kleinkind, ihm zu folgen. Als dies – aufgrund der Verkehrslage, aber auch zahlreicher rasanter Motorradfahrer – nicht gelingt, verliert der Mann (in der rechten Bildhälfte zu sehen) offenbar die Nerven, schlägt auf zwei Kradfahrer mit einem Stock ein. 

Vergehen kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden

Trotz des glimpflichen Ausgangs keine Lapalie, wie Polizeisprecher Dietmar Boronowski betont: „Ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr kann sogar mit Freiheitsstrafe bestraft werden.“ Tatsächlich sieht Paragraf 315b des Strafgesetzbuches für solche Vergehen Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren vor. Die Ermittlungen dauern indes noch an, vier Zeugen werden derzeit gehört – zudem wertet die Polizei das Videomaterial aus. 

Kritik auch an zu schnellen Motorradfahrern

Unterdessen überschlagen sich bei Facebook die Meinungen zu dem Vorfall. Vor allem der Versuch der Familie, eine gefährliche Straße mit Kind überqueren zu wollen und dabei sein Leben sowie das Leben anderer zu gefährden, wird kritisiert. Andere wiederum lenken den Fokus auf die Motorradfahrer, die sich an dieser Stelle nur selten an die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung halten würden.

„Niemand darf schneller fahren als er gucken kann. Wer langsam genug fährt, hat doch alle Zeit zu bremsen und auszuweichen“, heißt es da etwa. Und auch dieallgemeine Situation vor Ort wird in diesem Zusammenhang noch einmal beleuchtet. Stichwort: Schwellen. „Die“, meint ein anderer Nutzer, „hätte man besser in die Kurven gemacht.“ 

Die Polizei könne leider nicht jederzeit alle Raser von der Strecke holen. Letztlich, sagt Dietmar Boronowski, spiele die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer in diesem konkreten Fall aber keine Rolle. „Mit einem Stock nach Motorradfahrern zu schlagen, geht schon mal gar nicht.“

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