Anna, Hanna und Kevin untersuchen die Flora-und Fauna am Autobahnzubringer

Die Natur kann manchmal ganz schön schnell sein. Zuweilen sogar schneller als der Mensch, wenn er ein großes Bauprojekt startet. Noch vor gut einem Jahr rollten Bagger und Raupen über das Areal am neu gestalteten Autobahnzubringer in Meinerzhagen, rings um das Regen-Rückhaltebecken. Inzwischen hat die Natur das nicht durch Asphalt versiegelte Stück zwischen den Fahrbahnen zurück erobert. Nach dem „Spätstarter-Frühjahr" sprießen die unterschiedlichsten Pflanzen auf dem steinigen Boden. Grund genug für die drei Waldorf Schüler, Anna Büsch, Hanna De Buhr und Kevin Li, sich im Rahmen des Naturkunde-Unterrichts in diesem Areal einmal umzusehen, welche Pflanzen dort wieder heimisch geworden sind. Die Arbeitsutensilien der Schulbotaniker: „Das Pflanzen-Bestimmungsbuch und das Smartphone". Mit einer entsprechenden Aufgabenteilung gingen die drei Schüler von der Waldorfschule Oberberg ans Werk. Während Anna und Hanna für die Pflanzenwelt zuständig waren, war Kevin der absolute Tier-Experte. „Der findet immer übelst viele Tiere", weiss Hanna De Buhr aus mehreren Exkursionen mit Kevin. Manchmal reicht ein Blatt, um eine Pflanze zu bestimmen -- manchmal brauchen die Schülerinnen eine Wurzel und hin und wieder sind sie ratlos. Dann werden die Pflanzen einfach mitgenommen um sie in der Schule zu bestimmen. „Der viele Autoverkehr macht den Pflanzen eigentlich nichts -- ganz im Gegenteil", erklärt Anna Büsch. „Durch den CO2-Ausstoss wachsen die Pflanzen prächtig. Sie nehmen CO2 und Wasser auf und verwandeln das durch Licht in Glucose und Sauerstoff." Bei der Autobahnauffahrt in Meinerzhagen führt das zu einem überaus guten Pflanzenwachstum, was natürlich nicht heissen soll, dass der CO2 Ausstoss als gut zu bewerten ist. Für die Auflistung der Pflanzenvielfalt im Rahmen des Ökologie-Projektes war der Autobahnzubringer in Meinerzhagen eine echte Fundgrube. Welche Pflanze in welchen Mengenverhältnissen vorkommt, wie groß sie ist und wie gut ausgebildet- diese Daten werden in die Arbeitsblätter eingetragen. „Dann gibt es noch Pflanzen, die haben Zeigerwerte für Bodenbeschaffenheit und Lichtverhältnisse", verdeutlich Anna Bühr im Gespräch mit der MZ. Diese Zeigerwerte werden in der Schule ermittelt. Während Anna und Hanna damit beschäftigt sind, Blätter und Blüten mit Hilfe des Bestimmungsbuches zu indizieren pirscht der Insekten-Experte Kevin leise durch's Gebüsch. „Hier gibt es jede Menge Fliegen, Hummeln und Bienen. Und dann sind noch da die Fliegen, die als Bienen getarnt sind", erklärt der Fauna-Experte. Mit dem Smartphone werden auch die noch so kleinsten Tierchen katalogisiert. „Da ist ein Maikäfer. Die sind in diesem Jahr wegen des späten Frühlings besonders spät dran", weiß Kevin Li. In einer Margaritenblüte findet er eine zusammengerollte Raupe und präsentiert seinen Fund sogleich seinen Mitschülerinnen. Schon jetzt steht für das Team fest, dass sich das Pflanzenvorkommen an der Autobahnauffahrt Meinerzhagen innerhalb kürzester Zeit sehr vielfältig entwickelt hat, wenngleich die drei Schüler bei ihrer Exkursion in der Volmestadt keine spektakulären und seltenen Funde verzeichnen konnten. Fakt ist, dass sich Flora- und Fauna auch nach dem erheblichen Eingriff durch Raupe und Bagger prächtig entwickelt haben. Eine genau Auswertung ihrer Exkursion müssen die Schüler jetzt allerdings noch vornehmen.

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