Sicherheit bei der Altkleiderspende

Wie es aus dem Kreishaus heißt, müssen die „zertifizierten“ Verbände die blau-weißen Aufkleber selbst an ihren Containern anbringen. Das ist nicht überall schon geschehen.
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Wie es aus dem Kreishaus heißt, müssen die „zertifizierten“ Verbände die blau-weißen Aufkleber selbst an ihren Containern anbringen. Das ist nicht überall schon geschehen.

Meinerzhagen - Platzt der Kleiderschrank aus allen Nähten, führt der Weg vieler Bürger direkt zum nächsten Altkleidercontainer – schließlich ist manches gebrauchte Stück, das gut erhalten, aber vielleicht „out“ ist, oftmals zu schade für die Mülltonne.

Von Frank Zacharias

Zugute kommen soll diese Spende am Ende Bedürftigen – entweder als Angebot in den Kleiderkammern oder über Umwege: Wenn gemeinnützige Vereine oder Verbände die Ware an Textilhändler verkaufen und den Umsatz für den eigenen (guten) Zweck einsetzen. Doch es gibt auch schwarze Schafe – und gegen die will der Märkische Kreis seit einem Jahr rigoros vorgehen. Nur: Der extra eingeführte „Kooperationsaufkleber“, der die tatsächlichen gemeinnützigen Sammler deklarieren soll, ist immer noch nicht auf jedem Meinerzhagener Container zu finden.

Wie Landrat Thomas Gemke im Zuge der Vereinbarung mit den fast 30 Vereinen und Verbänden erklärte, soll der Aufkleber den Bürgern die Sicherheit geben, ihre Kleider in die Hände eines seriösen Unternehmens zu geben, das die Verkaufserlöse nicht gewinnorientiert einsetzt. Zu den Kooperationspartnern gehören auch das DRK, die Awo und das Friedensdorf Oberhausen, die auf öffentlichen Flächen in der Stadt 20 Container betreiben. Im Rahmen der Vertragsunterzeichnung wurde zudem der neue Kooperationsaufkleber präsentiert. Der blau-weiße Hinweis, der alle Container der Zusammenarbeit kennzeichnen soll, signalisiert den Spendern die Rechtmäßigkeit der Sammlung.

Sortierbetriebe bezahlen nach Angaben aus dem Kreishaus bis zu 450 Euro für die Tonne. Und so würden immer mehr kommerzielle Sammler in den Markt drängen, die karitative Zwecke vortäuschen. „Den Profit stecken sich die Betrüger in die eigene Tasche.“ Der Aufkleber, der den Bürgern Sicherheit bieten soll, fehlt aber an vielen Containern noch. Zuständig für die Anbringung seien jedoch die Verbände selbst, die vom Kreis die blau-weißen Logos erhalten hätten.

Daneben setze der Kreis auch auf das konzentrierte Vorgehen gegen die privaten, kommerziellen Sammler. „Egal, ob der Container auf einer öffentlichen oder auf einer privaten Fläche steht: Die Sammlung muss angemeldet sein. Wenn diese drei Monate gültigen Genehmigungen der kommerziellen Sammlungen auslaufen, verlängern wir sie auch nicht mehr“, so Kreispressesprecher Hendrik Klein. Die entsprechenden Container dann zu entfernen, sei aber nicht leicht – da sie meist auf privatem Grund stehen. „Aber es gibt auch besonders ,clevere‘ Betreiber, die ihre Container auf privatem Grund an einen Zaun stellen, den Einwurf aber vom angrenzenden öffentlichen Gehweg ermöglichen. Aber: Dann können wir dagegen auch besser vorgehen.“

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