Alles dreht sich um die Kuh

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Schauspielerin und Tierschützerin Susanne Uhlen appellierte, eine artgerechte Tierhaltung zu unterstützen.

Meinerzhagen - „Kuh + Du“ lautet der Titel eines Projektes, mit dem sich 250 Schüler des Evangelischen Gymnasiums und der Sekundarschule beschäftigten. Die Ergebnisse – Fotos, ein Film, Collagen, Skulpturen, Lieder und ein Theaterstück – wurden in der Aula auf dem Bamberg präsentiert, und nicht nur der prominente Gast, Schauspielerin Susanne Uhlen, zeigte sich beeindruckt: „Ich hege die Hoffnung, dass die jungen Menschen einen anderen Umgang mit Tieren pflegen, sich Gedanken machen, was woher kommt und wie man Tieren ein anständiges und artgerechtes Leben ermöglichen kann“, sagte die Tierschützerin.

Kunstlehrerin Monika Brocksieper war beim Besuch von Fachvorträgen der Welttierschutzgesellschaft in Köln auf das Projekt aufmerksam geworden und mobilisierte ihre Kollegen der Fachbereiche Kunst, Musik, Theater, Biologie und Religion am EGM und an der Sekundarschule. „Seitdem läuft die Welle“, beschrieb Schulleiter Sven Dombrowski die Begeisterung für die Aktion, die auch zu einer Zusammenarbeit des Gymnasiums und der Städtischen Sekundarschule führte.

„Woher kommt die Milch und unter welchen Bedingungen kommt sie in die Milchtüte?“ sei die Ausgangsfrage für „Kuh + Du“ gewesen. „In den Ställen stehen Hochleistungskühe. Ihr werdet bald diejenigen sein, die politische Entscheidungen treffen und auch über die Beziehung zwischen Mensch und Tier und über unsere Landschaft mitentscheiden“, appellierte Monika Brocksieper an ihre Schüler, sich für einen „gesunden Kreislauf des Lebens“ stark zu machen. „Die Ergebnisse sprechen für sich“, zeigte sich Diana Behrendt, die das Projekt für die Sekundarschule leitete, von der nachhaltigen Wirkung überzeugt.

Entstanden ist in der Klasse 8c beispielsweise ein Film über die konventionelle Landwirtschaft auf dem Bauernhof Eckern in Imhausen. Bei Landwirt Helmut Eckern, der das Projekt ebenso wie sein Kollege Uwe Lohrmann aus Gummersbach unterstützte, lernten die Schüler die landwirtschaftlichen Produktionsabläufe der Milchwirtschaft kennen.

Schüler des 5. Jahrgangs setzten in einem Theaterstück das Leben einer Kuhherde in Szene, der Unterstufenchor unter der Leitung von Michael Otto präsentierte das Thema Kuh musikalisch.

Dass die Kühe bereits in der Bibel eine Rolle spielten, zeigten Schüler der Klasse 6a, die das Thema im Religionsunterricht erarbeitet hatten.

Dass die Kuh und das Verhältnis zwischen Mensch und Tier auch ein Thema in der Kunst ist, zeigte Dieter Fuchs im Rahmen einer Bilderreise durch 3000 Jahre Kunstgeschichte. Die Kunst sei eine Ausdrucksform, um das Verhältnis zu Gottes Schöpfung zu reflektieren. In einer Facharbeit hatte sich Annabell Klaus, Schülerin der Q2, mit dem Tierwohl in konventioneller und alternativer Rinderhaltung auseinander gesetzt.

Abgerundet wurde das Projekt durch Fotos und Collagen, die in einer Ausstellung gezeigt wurden.

Tierelend gebe es überall, „aber an das naheliegendste denkt man nicht“, unterstrich Schauspielerin Susanne Uhlen noch einmal die Botschaft, dass die Milch nicht nur aus dem Tetra Pack komme: „Dahinter stehen Lebewesen und gemeinsam mit den Landwirten, die auch mit Problemen zu kämpfen haben, sollten wir einen Weg finden, wie den Tieren das Leben erleichtert werden kann.“

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