Stadt leitet juristische Schritte ein

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Die Wege zwischen den Bahnen sind „top“ – an Minigolf ist derzeit aber nicht zu denken.

Meinerzhagen -  Derzeit gibt es nur eine positive Nachricht über die Minigolfanlage am Meinerzhagener Freibad an der Oststraße: die Zusage des Bürgermeisters, dass nach der Eröffnung der neuen Anlage eine Woche lang kostenloser Spielbetrieb möglich sein wird. Wann allerdings genau diese Eröffnung stattfindet und ob überhaupt noch in diesem Jahr „eingelocht“ werden kann, steht in den Sternen.

Von Jochen Helmecke

Im April stellte die Verwaltung den Mitgliedern des Bau- und Vergabeausschusses die Pläne für die neue Anlage vor. Auf den aufgearbeiteten Wege- und Standflächen sollten die vorgefertigten Bahngestelle aufgebaut und mit Faserzementplatten ausgelegt werden. Die für das Spiel mit den kleinen Bällen notwendigen Hindernisse waren natürlich auch vorgesehen. Durch den maroden Untergrund kam es zunächst zu einer Änderung dieser Planung. Für die 18 Bahnen und die Verbindungswege mussten für rund 20 000 Euro Mehrkosten (Gesamtkosten somit 80 000 Euro) neue Pflasterflächen geschaffen werden. Diese Arbeiten sind nunmehr schon seit rund acht Wochen fertiggestellt und die bei der Firma Deutsche Miniaturgolf Hannover bestellten Bahngestelle hätten längst aufgestellt werden können. Mehrfach wurde die Stadt aber bisher mit durchaus plausiblen Begründungen über eine Verzögerung bei der Herstellung der Bahngestelle „hingehalten“ (MZ berichtete).

„Die Gründe für die Verzögerungen waren für uns durchaus nachvollziehbar“, so Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar auf Nachfrage der Meinerzhagener Zeitung am Freitag. Nicht mehr nachvollziehbar ist für den Mitarbeiter der Stadt jedoch das momentane Verhalten der Firma. Weder erhalte die Verwaltung von dort selbständig Informationen über den Fortgang der Maßnahme, noch sei jemand für Auskünfte zu erreichen – wovon sich auch die MZ gestern überzeugen konnte. „Wir werden die vorhandenen Vertragsunterlagen zur juristischen Prüfung und der Einleitung der notwendigen Schritte an einen Anwalt übergeben. Ich gehe davon aus, dass dem Auftragnehmer entsprechende Fristen zur Erfüllung gesetzt werden“, so Friedrich Rothaar. Im Klartext heißt dieses aber auch: Kommt die Firma diesen Vorgaben nicht nach, kann die Stadt die Vergabe komplett zurücknehmen und an einen anderen Unternehmer vergeben. „Es gibt zwar nicht die Vielzahl von Firmen in dieser Branche, das eine oder anderen geeigneten Unternehmen haben wir aber schon ausfindig gemacht“, erläutert Friedrich Rothaar. Dabei betont er, dass bisher keine Zahlungen an die Firma Deutsche Miniaturgolf erfolgt seien und somit zumindest kein finanzieller Schaden für die Stadt entstanden sei. Ein durchaus nicht selbstverständlicher Umstand, da bei derartigen Aufträgen Abschlagszahlungen für verwendetes Material nicht unüblich sind.

Bei einem Blick auf den Kalender und auf die jahreszeitbedingte Wetterentwicklung dürfte wohl wenig Hoffnung darauf bestehen, dass in diesem Jahr der Spielbetrieb noch aufgenommen wird.

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