Unfallopfer will keine Polizei – aus gutem Grund

Meinerzhagen - Der Versuch, ein Motorrad zu reparieren, endete für einen 26-jährigen Meinerzhagener unter einem Auto. Am Dienstag stand der Mann im Amtsgericht Meinerzhagen einem Richter wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz gegenüber. Der Mann gab sein Fehlverhalten zu.

Am 24. März wollte der Angeklagte auf der Straße in Rinkscheid die Fahrtüchtigkeit seines gerade reparierten Zweirades testen. Dazu begab er sich auf der bergigen Straße ganz nach oben, um sein Gefährt während des Herunterrollens in Gang zu bringen. „Sie ist nicht angesprungen, deshalb wollte ich rollen“, erklärte der Angeklagte. Zwar brachte das Rollen den Motor auf Touren, kurz darauf blockierte die Maschine aber. Der 26-Jährige stürzte und rutschte samt Motorrad unter das Fahrzeug einer Frau. Als diese die Polizei rufen wollte, flehte der Meinerzhagener sie an, es nicht zu tun. Aus gutem Grund: Aufgrund einer Fahrt ohne Fahrerlaubnis war der Mann am 23. Februar zu einer Geldstrafe verurteilt worden und hatte ein einmonatiges Fahrverbot kassiert. Dieses galt bis zum 1. April. Damit war der Angeklagte ohne Fahrerlaubnis mit dem Motorrad unterwegs. Zudem fehlte beim Krad das Nummernschild, was einen Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz darstellt.

Als die Frau entgegen der Bitte des 26-Jährigen die Polizei rief, floh der Meinerzhagener. Weil aber am Fahrzeug der Frau kein Schaden entstand, musste sich der Angeklagte vor Gericht nicht auch noch wegen Unfallflucht verantworten.

Die übrigen Vorwürfe brachten dem Mann eine Geldstrafe von 4500 Euro und ein Fahrverbot von drei Monaten ein. Grund dafür waren unter anderem fünf einschlägige Vorstrafen. Auch wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und wegen Kennzeichenmissbrauchs hatte sich der Meinerzhagener in der Vergangenheit bereits strafbar gemacht.

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