Classic Circus Ideal gastiert in Rönsahl

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Der Wanderzirkus Classic Circus Ideal gastiert heute und morgen auf der Wiese am Feldhofer Weg in Rönsahl.

Kierspe - Der Wanderzirkus Classic Circus Ideal gastiert am Samstag und Sonntag auf der Wiese am Feldhofer Weg in Rönsahl. Für Zirkusromantik ist allerdings nur wenig Platz.

Der 50-jährige Toni Wagner, Familienvater, Zirkusdirektor, Allround-Artist und eben auch „Hans Dampf in allen Gassen“ beim kleinen Wanderzirkus Classic Circus Ideal, fühlt sich für alles verantwortlich. Er fährt den einzigen Truck, der die Transportwagen des kleinen Unternehmens von einem Ort zum anderen bringt, packt kräftig mit an, wenn das geräumige Zweimastzelt, das Platz für 800 Personen bietet, aufgebaut wird und kümmert sich auch um die Tiere.

Die Tiere, insbesondere aber die vier pechschwarzen Friesenpferde, hinzu kommen einige feurige „Araber“, die beiden Lamas Sindbad und Sandokan und einige Kleintiere, sind der ganze Stolz und das Kapital des kleinen Unternehmens.

Zirkusdirektor Toni, in der „Zirkuswelt“ – man kennt sich untereinander – auch unter dem Künstlernamen „Francois Ideal“ bekannt, erzählt gerne von der Zeit, als er mit seinen Friesenpferden einmal in der weltbekannten Zirkusschau in Monte Carlo auftreten durfte. Er schwärmt vom Wilden Westen und von seinem Vorbild, dem legendären Indianerhäuptling Sitting Bull, dessen Konterfei das Eingangsportal zum Zirkus ziert.

Möglichkeiten für Gastspiele sind mittlerweile rar gesät

Träume sind erlaubt, was indes zählt, ist die raue Wirklichkeit und die sieht alles andere als rosig aus. Denn während Toni, Kinder, Schwiegerkinder und Enkel der insgesamt elfköpfigen Schaustellerfamilie vor Ort eingespannt sind, ist Ehefrau Nina verzweifelt darum bemüht, einen Platz für den Auftritt in der kommenden Woche zu finden. Und das ist alles andere als leicht.

„Längst nicht überall ist man nämlich so entgegenkommend wie hier in Kierspe-Rönsahl“, heißt es. Denn Städte und Gemeinden, an denen der kleine Wanderzirkus mit dem vielsagenden Namen „Ideal“ seine Zelte aufschlägt, dort zumeist eine Woche lang verweilen und in der Regel jeweils am Samstag und am Sonntag ein Gastspiel geben darf, sind mittlerweile ziemlich rar gesät.

„Doch dort, wo wir einmal waren, sind wir stets wieder willkommen. Das liegt daran, dass wir ,ehrlichen Zirkus‘ machen und uns von daher nicht hinter den Großen der Branche zu verstecken brauchen, und eben dass wissen die Leute zu schätzen.“

Zirkusleute können sich keine Winterpause mehr leisten

Das eineinhalbstündige Programm beinhaltet unter anderem Dressurvorführungen, Clownerien, eine atemberaubende Feuershow, Luftakrobatik, Jonglage und Hoola-Hoop-Vorführung sowie einiges mehr.

„Mittlerweile können wir uns eine Winterpause finanziell gar nicht mehr leisten, ziehen also das ganze Jahr lang quer durch die Republik von Ort zu Ort – wohin der Wind uns weht... Aber, auch wenn es manchmal fast unmöglich scheint, finanziell einigermaßen klarzukommen, ist alles andere als Zirkus für uns undenkbar“, betont Toni Wagner.

Er verweist mit Stolz auf eine nun schon sechs Generationen währende Familientradition. Urvater Pio Büchler gründete das Zirkusunternehmen im Jahr 1864 im Ruhrgebiet, und er habe den Zirkus vor 28 Jahren vom Vater übernommen, um ihn an die Kinder weiterzugeben.

Bleibt die Hoffnung, dass das Wetter einigermaßen mitspielt und die beiden Vorstellungen in Rönsahl – am Samstag um 16 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr, jeweils auf der Wiese am Feldhofer Weg – auch entsprechend gut besucht sind.

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