Volksbank Kierspe trotzt widrigen Rahmenbedingungen

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Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Kierspe bestehen aus (von links) Stephan Böhse (Bankvorstand), Herbert Schulte, Harald Klingelhöfer und Guido Benninghaus (Aufsichtsrat), Stephan Baldschun (Bankvorstand), Volker Thomas und Lutz Fetting (Aufsichtsrat). Auf dem Bild fehlt Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Käse.

Kierspe - Zufrieden zeigten sich Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Kierspe am Freitagabend nach der Vertreterversammlung des heimischen Geldinstituts.

Zuvor war im nahezu bis auf den letzten Platz besetzten Vortragsraum der Volksbank deutlich geworden, dass das Kreditinstitut seine Position am Markt weiter ausbauen und damit weiter festigen konnte – trotz nach wie vor widriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen, vornehmlich ausgelöst durch die anhaltend restriktive Finanzpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Im Berichtszeitraum wurde ein beachtlicher Bilanzgewinn von 140 000 Euro erwirtschaftet. Demzufolge können sich die derzeit 4500 bis 5000 Mitglieder der Volksbank Kierspe auch in diesem Jahr wieder über die Ausschüttung einer Dividendenzahlung von 6,5 Prozent auf ihre Geschäftseinlagen freuen. Unisono folgte die Versammlung einer entsprechenden Empfehlung von Vorstand und Aufsichtsrat. Zuvor waren die jeweiligen Tätigkeitsberichte von Aufsichtsrat und Vorstand einschließlich des Berichts über die vom rheinisch-westfälischen Genossenschaftsverband durchgeführte gesetzliche Prüfung der Geschäftsabläufe ohne Gegenstimme angenommen worden.

Im Rahmen seines Berichts über die Tätigkeit des Vorstands nahm Bankvorstand Stephan Baldschun auch Bezug auf die Niedrigzinspolitik der EZB mit historisch niedrigem Zinsniveau ein, das nicht nur die Banken, sondern vor allem auch den „kleinen“ Sparer über Gebühr belaste und sich bislang kaum als belebender Faktor für die Investitionstätigkeit von Unternehmen erwiesen habe.

Stärkung der Position im Markt

Danach ging Baldschun detailliert auf die verschiedenen Geschäftsbereiche des Kreditunternehmens ein. So sei die Bilanzsumme im Jahr 2015 mit 125,99 Millionen Euro im Vergleich zu 127,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum mit einem Minus von 1,7 Prozent zwar leicht gesunken, indes konnte man gleichzeitig aber ein starkes Kundenwachstum und damit verbunden eine weitere Stärkung der Position im Markt verzeichnen. Im Einlagengeschäft stand mit 94,7 Millionen Euro immerhin die gleiche Zahl wie im Vorjahr und damit eine „schwarze Null“ zu Buche, während im sogenannten Verbundgeschäft (bilanzierte Einlagen zuzüglich Bausparguthaben, Kundenwertpapieranlagen und Rückkaufswerte auf Lebensversicherungen) immerhin 134,3 Millionen Euro, das entspreche einem Zuwachs von glatten 4 Prozent, zu vermelden waren.

Auch das Kreditgeschäft habe sich weiter positiv entwickelt. Bilanzierte 70,3 Millionen Euro zum Ende des Jahres 2015 bedeuteten einen Zuwachs von 1,7 Prozent, wobei die Volksbank größten Wert auf risikoarme Ausleihen gelegt habe, wie es dazu hieß. Die sogenannte Verbundbilanz aller bilanzwirksamen Einlagen und Kredite belief sich auf 245,9 Millionen Euro und sei damit um 7.4 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr gewachsen, was wiederum bedeute, dass die Marktbearbeitungs-Strategie der Volksbank Kierspe voll aufgegangen sei. Im Geschäftsjahr 2015 konnte immerhin noch ein Zinsüberschuss von 3,43 Millionen Euro (Rückgang zum Vergleichszeitraum: 4,3 Prozent) erwirtschaftet werden. Unter Berücksichtigung des Provisionsergebnisses sowie der Verwaltungskosten bedeute dies, dass die Volksbank 72,5 Cent ausgeben müsse, um einen Euro zu erlösen.

Als erfreulich stellte sich auch die Entwicklung der Eigenkapitalausstattung der Bank dar. Das nämlich stieg von 10,0 Millionen Euro im Jahr 2009 auf inzwischen 13,6 Millionen Euro im Jahr 2015, so dass man auch von daher positiv in die Zukunft schauen könne, über ausreichend Kreditvergabespielräume verfüge und die Eigenkapitalregeln für Banken nach den sogenannten Basel-Regeln locker erfülle.

Optimistischer Blick nach vorne

Positive Wachstumsaussichten für das laufende Geschäftsjahr lassen die Bank optimistisch nach vorne schauen. So zeichnet sich bisher ein erwartetes Wachstum von 2,8 Millionen Euro bei den Kundeneinlagen (plus 3 Prozent), eine Zunahme von 2,6 Millionen Euro im Kreditgeschäft (plus 3,4 Prozent) sowie eine weitere Stärkung des Marktanteils in Sachen Kundengewinnung (Marktanteil 50,9 Prozent, im Vorjahr 46,6 Prozent) ab.

Mit den Wahlen zum Aufsichtsrat – hier wurden die bisherigen Mitglieder Herbert Schulte und Harald Klingelhöfer einstimmig in ihren Ämtern bestätigt – und einer verabschiedeten Satzungsänderung klang die Versammlung aus.

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