Drogenbesitz: Urteil gegen zwei Kiersper

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Drogenbesitz: Urteil gegen zwei Kiersper

Kierspe - „Joint statt Bier“ lautete das Motto zweier Männer, als sie mehrfach Marihuana kauften. Am Dienstag bekamen die 20- und 22-Jährigen im Amtsgericht Meinerzhagen die Quittung: 30 Stunden gemeinnützige Arbeit und 1200 Euro Geldstrafe.

An drei, nicht näher benannten Tagen erwarb das Duo in Kierspe von einem Unbekannten jeweils Marihuana für 30 Euro. Dabei zahlten der 20-Jährige 10 und sein Kumpel 20 Euro. Am 27. Mai erhöhten die Angeklagten die Kaufmenge, erwarben 4,4 Gramm des Stoffes für 40 Euro. Auch diesmal lag der Anteil des 22-Jährigen mit 25 Euro über dem des Mitangeklagten.

Aufgeflogen war der Erwerb der Drogen durch eine Polizeikontrolle. Ein süßlicher Geruch im Wagen veranlasste die Beamten dazu, genauer hinzugucken. Tatsächlich fanden sie Marihuana im Fahrzeug der beiden Männer.

Die gaben sich im Gericht geständig. Erklärten, bei Partys lieber zu Gras als zu Alkohol zu greifen. Ihren Dealer wollten die Angeklagten gestern nicht verraten. Beide beteuerten aber, dass sich ihr Konsum im Vergleich zu früher verringert habe. Sie wollten ihr Leben in den Griff bekommen.

Drogen spielten in Vergangenheit bereits eine Rolle

Der 22-Jährige befindet sich in einer Ausbildung, der zweite Angeklagte gab an, studieren zu wollen. Dass Drogen für sie auch in der Vergangenheit eine Rolle spielten, zeigte das Vorstrafenregister. Für beide war es nämlich nicht der erste Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der 22-Jährige war bereits wegen 21-fachen unerlaubten Handeltreibens mit Drogen und sein Kumpel wegen 81-fachen unerlaubten Erwerbs aufgefallen.

Während der ältere Angeklagte zur Tatzeit bereits erwachsen war, handelte der Mitangeklagte als Heranwachsender. So stand die Frage im Raum, welches Recht anzuwenden sei. Die Jugendgerichtshilfe erklärte, aufgrund der persönlichen Situation des 20-Jährigen könne eine Reifeverzögerung nicht ausgeschlossen werden. Deshalb entschloss sich der Richter, der Entscheidung im Falle des 20-Jährigen Jugendrecht zugrunde zu legen und erließ eine Arbeitsweisung von 30 Stunden. Für den Mitangeklagten gab es eine Geldstrafe von 1200 Euro.

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