Dreck auf der Straße und Müll am Busbahnhof

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Peter Christian Schröder (links) und Christian Reppel kümmern sich um die Meldungen, die über die Umweltschanhollen kommen.

Kierspe - Jahrelang haben die Freie Wählergemeinschaft (FWG) und die später auch mit der Kiersper SPD zusammen die Wiedereinsetzung eines Umweltbeauftragten für die Stadt Kierspe gefordert. Da dieses jedoch von der Verwaltung, den anderen Parteien und der UWG abgelehnt wurde, riefen FWG und SPD die Umweltschanhollen ins Leben – also im Grunde einen virtuellen Umweltbeauftragten.

„Erst am Montag hat uns ein Kiersper über die Web-Seite der Umweltschanhollen geschrieben, dass auf dem Gelände, das derzeit für den Bau des Feuerwehrgerätehauses angeschüttet wird, Asphaltreste abgekippt wurden. Wir haben dann sofort bei der Stadtverwaltung nachgefragt, dabei kam heraus, dass der Asphalt aus aktuellen Straßenbaumaßnahmen stammt und auf dem Gelände nur zwischengelagert wird“, erzählt Christian Reppel von der SPD. Es gehe eben nicht nur darum, Umweltsünden zu registrieren, sondern den Bürgern auch eine Rückmeldung zu geben, wenn es sich wie bei dieser „Meldung“ um einen Fehlalarm handele, ergänzt Peter Christian Schröder von der FWG.

Vier Jahre ist es her, dass die Homepage, die unter der Adresse www.umweltschanhollen.de“ zu erreichen ist, online gegangen ist. Seitdem haben sich nach Bekunden der beiden Kommunalpolitiker viele Menschen über diesen Weg gemeldet, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Als Beispiele nennt Schröder die Abholzung der Bäume am Busbahnhof, die Abholzung der Kastanienallee im Bereich Isenburg, die „Erneuerung“ eines Weges von Eicken nach Woeste, Vermüllung am Fritz-Linde-Stein, Müllansammlungen am ZOB und auf dem Zeltplatz Auf der Gathe, fehlende Ersatzbepflanzungen am Fachmarktzentrum, fehlende Ruhebänke am Fritz-Linde-Stein und Straßenverunreinigungen durch Landwirte und Bauunternehmen.

Schröder: „Gerade bei den Straßenverunreinigungen zeigt sich, dass es immer wieder die gleichen Landwirte sind, die mit ihren Traktoren und Anhängern für Schlamm auf der Straße sorgen und diesen nicht wieder beseitigen.“ Doch letztlich landen solche Beschwerden nicht nur auf der Homepage, sondern auch beim Ordnungsamt der Stadt. Davon sieht der Internetnutzer nichts, da dort nur eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme besteht. „Alles andere wäre mit zu viel Arbeit verbunden. Doch alle Bürger, die dort etwas über das Kontaktformular mitteilen, bekommen auch eine Rückmeldung, jedenfalls dann, wenn die eine Mail-Adresse hinterlassen“, erklärt Schröder.

Manche Meldung über die Umweltschanhollen wurde aber auch schon zu einer Anfrage im Rat oder zumindest zu einer Mitteilung im zuständigen Fachausschuss.

Aber nicht nur Kiersper oder Menschen aus den Nachbarstädten nutzen die Seite. Erst vor Kurzem hatte ein Bewohner des Münsterlandes über das Online-Formular Kontakt aufgenommen und auf Zeitgenossen aufmerksam gemacht, die im nördlichen Westfalen Autos schrotten, dabei Abgase in die Umwelt blasen und Öl verschütten. Die Kiersper Politiker haben diesen Hinweis samt einem Link zu einem beweiskräftigen Video an die zuständige Polizei im Münsterland weitergeleitet.

Für die Zukunft wünschen sich Reppel und Schröder weiterhin viele fleißige Melder und natürlich einen Umweltbeauftragten. „Denn dieser hat viele weitere Aufgaben, die nicht mit einer Webseite erledigt werden können“, so Reppel und Schröder unisono.

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