FBG stimmt für Vertrag mit Landesbetrieb Wald und Holz

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Der FBG-Vorsitzende, eingerahmt von Geschäftsführer Klaus Müller (links) und Fabian Loges, konnte seine Verärgerung über einen Teil der Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft kaum verbergen.

Kierspe - In Zukunft wird die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Kierspe-Rönsahl wieder einen Vertrag mit dem Landesbetrieb Wald und Holz abschließen.

So hatten es die Mitglieder auf ihrer Versammlung am Donnerstagabend beschlossen. Damit wurde eine Entscheidung aufgehoben, die erst im November des vergangenen Jahres getroffen wurde.

Die Gräben zwischen den Mitgliedern der FBG sind tief und es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis diese zugeschüttet werden können. Denn der Abstimmung ging eine hitzige Diskussion voraus, die sich in einer nicht einstimmigen Entlastung des Vorstands, Drohungen und Bemerkungen jenseits der Grenze zur Beleidigung Bahn brachen. Letztlich entschied das Votum des Stadtrats, wie mit den Stimmen der Stadt, die sich aus dem Besitz des Stadtwaldes ergeben, zu verfahren sei.

Die FBG hatte im November des vergangenen Jahres den Beschluss gefasst, keinen Vertrag mit dem Landesbetrieb Wald und Holz abzuschließen. Begründet wurde dieses unter anderem damit, „dass man der Landesregierung zeigen wollte, dass man die Kosten nicht beliebig erhöhen kann“, wie es das FBG-Mitglied und der frühere Vorsitzende Heinrich Gelzhäuser auf der Sitzung noch einmal vortrug. Zum anderen, so der Vorsitzende Bernd Stubenrauch, habe man ein Gerichtsverfahren abwarten wollen, dass je nach Ausgang das Ende der bisherigen Beförsterung durch den Landesbetrieb zum Inhalt haben könnte.

In der Folge dieses Beschlusses im November waren einige Mitglieder so unzufrieden, dass es zu Austritten kam – und sich Waldfläche, die die Mitglieder der FBG besitzen, von rund 2100 auf etwa 1800 Hektar reduzierte. Die Gegner des Beschlusses suchten damals die Öffentlichkeit und mobilisierten dabei auch die Mitglieder des Rates, die sich in einer Sitzung darauf verständigten, dass die Stadt notfalls auch alleine einen Vertrag mit dem Land abzuschließen habe und darauf hinzuwirken, dass die FBG dieses auch wieder tut. Der Vorstand der FBG hatte damals beschlossen, sich nicht öffentlich zu äußern und die Sitzung am Mittwoch abzuwarten.

Zerrissenheit deutlich spürbar

Bereits als es darum ging, dem Vorstand nach dem Finanzbericht des Geschäftsführers und der Kassenprüfer Entlastung zu erteilen, zeigte sich die Zerrissenheit der Mitglieder. Bei rund 50 Mitgliedern stimmten acht Waldbesitzer gegen die Entlastung, vier weitere Mitglieder (ohne Vorstand) enthielten sich. In diesem Zusammenhang wurde auch die Satzungkonformität bei Abstimmungen angezweifelt. Denn während bei einem Teil der Abstimmungen die Stimme eines jeden Mitglieds voll zählte, wurde bei der geheimen Abstimmung über den Vertragsabschluss nach Waldbesitz gewichtet (eine Stimme pro angefangener zehn Hektar Waldbesitz).

Dass sich gerade die Besitzer kleiner Waldflächen dadurch benachteiligt sehen, wurde am Donnerstag deutlich. Trotzdem reichte es bei der Abstimmung, einen Beschluss für einen erneuten Vertrag mit den Förstern herbeizuführen. Wobei FBG-Geschäftsführer Klaus Müller in einem Statement zu seiner Situation in den vergangenen Monaten zum Ausdruck brachte, dass er als Vertreter der Stadt auftragsgemäß für einen Vertrag gestimmt habe, dieses aber seiner eigenen Einstellung und Meinung grundlegend widerspreche. Damit wurde klar, dass diese elf Stimmanteile den Ausschlag gaben und die Abstimmung mit 74 Anteilen für einen erneuten Vertragsabschluss und 69 dagegen endete.

Schwierige Kandidatensuche

Wie tief die Gräben auch nach diesem Ergebnis innerhalb der FBG noch sind, wurde später deutlich, als neue Mitglieder in den Vorstand gewählt werden sollten. Der zweite Vorsitzende Fabian Loges erklärte seine Bereitschaft zur Wiederwahl. Beisitzer Schulte lehnte bereits im Vorfeld diese ab, da er „kein Vertrauen zur Vorstandsarbeit durch die Mitglieder spüre“. Als dann auch noch Peter Schulte seinen Rücktritt aus dem Vorstand außerhalb der regulären „Dienstzeit“ erklärte und weitere Mitglieder turnusmäßig ausgeschieden waren, gelang es nicht, die frei werdenden Posten neu zu besetzen. Nachdem sich nach langer Überzeugungsarbeit Franz Vonnahme und Timo Meier bereit erklärt hatten, als Beisitzer zu fungieren, endete die Versammlung mit dem Beschluss, den Vorstand von neun auf sieben Mitglieder zu verkleinern.

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