Verkehrszählung interessiert Kiersper mehr als neues Baugebiet

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Lothar Bondzio erläuterte die Verkehrszählung, die er vor zwei Jahren im Auftrag der Stadt vorgenommen hatte.

Kierspe - Informationen zum geplanten Baugebiet „Östlich Rathaus II“ sollte es auf der Bürgerversammlung geben, doch im Interesse der 24 Besucher stand vor allem die Verkehrsbelastung der Anwohnerstraßen, über die das Gebiet erschlossen werden soll – und die die späteren Bewohner auch nutzen werden.

Beim Verkehr gibt es große Unterschiede zwischen der gefühlten und der gezählten Wahrheit – vor allem aber zweifelten einige Gäste die ermittelten Zahlen insgesamt an. „Ich bin Anwohnerin und ich sage ihnen, da fahren viel mehr Autos als von ihnen gezählt wurden“, war sich eine Kiersperin sicher, deren Garten an die Straße Im Hofe grenzt. Doch Lothar Bondzio, Ingenieur aus Bochum, war sich genauso sicher, dass seine Zahlen stimmen.

Diese stammen zwar von 2014, sollen aber unverändert die Situationen an den Straßen rund um das Neubaugebiet wiedergeben. Demnach wurden an der engsten Stelle der Straße Im Hofe 1390 in 24 Stunden gezählt, Am vorderen Haunerbusch waren es 3320, hinter dem Kreisverkehr immer noch 2190. Durch den Bau von rund 50 Wohneinheiten – in einem Haus kann es bis zu zwei Wohnungen geben – würde sich beispielsweise der Verkehr auf der Straße Im Hofe um rund 160 erhöhen. „Es wird keine spürbare Verschlechterung auf den Straßen Im Hofe und Haunerbusch geben“, da war sich Bondzio sicher.

Stadtplaner Rainer Schürmann.

In der Vorstellung und auch der anschließenden Aussprache war die Rede von Linksabbiegern, Spitzenwerten in den Nachmittagsstunden und Fahrbahnbreiten im Begegnungsverkehr. Letztlich blieb festzuhalten, dass es nach Berechnungen des Ingenieurs keine Probleme geben wird, den zusätzlichen Verkehr auf den vorhandenen Straßen zu bewältigen, und dass es den Anwohnern bereits jetzt viel zu viel ist.

Deutlich weniger Wortmeldungen gab es zu dem Vortrag des Stadtplaners Rainer Schürmann, der in seinem „Referat“ aber bereits nahezu alle Fakten eingearbeitet hatte und so wenig im Unklaren ließ. So machte er klar, dass sich der Plan in einem Vorentwurf befinde und noch viele Änderungen erfahren könne, wenn entsprechende Vorschläge eingereicht würden – möglich ist dieses noch bis zum 13. Juli.

Danach gebe es dann einen Entwurf des Bebauungsplans, der ebenfalls noch einmal offengelegt werde. Erst dann erfolge ein Beschluss des Rates. Nach dem jetzigen Plan werden die bereits bestehenden Straßen Montignyallee, Talstraße und Ebbeblick weitergeführt, um das neue Gebiet zu erschließen. Insgesamt umfasst die zu planende Fläche drei Hektar, von denen zwei für die Wohnbebauung zur Verfügung stehen der verbleibende als Erschließungsfläche, die für Straßen, Ausgleichsflächen, Regenrückhaltebecken und Spielplatz benötigt wird. Wobei der Spielplatz genau auf die „Grenze“ zwischen „Östlich Rathaus I“ und „II“ gebaut werden soll.

Zugelassen werden sollen rund 30 zweigeschossige Gebäude mit maximal zwei Wohneinheiten und einer Dachneigung von 20 bis 40 Grad. Die Durchschnittsgröße der Grundstücke liegt bei 600 Quadratmetern, wobei Abweichungen nach oben und unten möglich und wahrscheinlich sind. Für die Stadt wird sich der Verkauf der Grundstücke wirtschaftlich lohnen, weil sich die Flächen zum ganz überwiegenden Teil im Eigentum der Stadt und der stadteigenen Grundstücksentwicklungsgesellschaft befinden, lediglich ein kleiner Teil der Gesamtfläche ist Privatbesitz.

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