Grünschnitt und Sperrmüll: Probleme bei Entsorgung und Kosten

Nur einen Werktag vor dem vereinbarten Abholtermin darf der Sperrmüll an der Straße gelagert werden. Landet er dort früher kann das für den Verursacher sehr teuer werden.

Kierspe - Ist ein einzelner Stuhl schon Sperrmüll? Nach Ansicht vieler Kiersper schon. Sie nutzen gerne und oft den Service der Stadt, der keine zusätzlichen Kosten verursacht und so oft in Anspruch genommen werden kann, wie gewünscht. Dem will die Stadtverwaltung nicht weiter zusehen.

Aber auch bei den Grünabfällen läuft vieles nicht so, wie gewünscht. Ein moderiger Geruch steigt von den Haufen auf, die sich neben dem Grünschnitt-Container unterhalb des Bauhofs türmen. „Das ist genau das, was ich meine. Die Leute kommen außerhalb der Öffnungszeiten und der Annahmezeiten des Grünschnitt-Containers und stellen Behälter mit Abfällen einfach ab oder entleeren gleich ihren ganzen Anhänger auf dem Platz“, Klaus Müller, zuständig bei der Stadtverwaltung für die Abfallentsorgung, ist verärgert.

Abgegeben werden sollen die Grünabfälle eigentlich zu festen Zeiten und gegen Gebühr. Ein städtischer Mitarbeiter steht mittwochs von 16 bis 17.30 Uhr sowie freitags und samstags von 14 bis 17.30 Uhr bereit, um den Grünschnitt anzunehmen. Pro 120-Liter-Sack werden dafür 1,50 Euro berechnet. „Wir machen uns im Moment sehr konkrete Gedanken darüber, den Abladeplatz zu überwachen und die Menschen, die dort ihren Grünschnitt einfach abstellen, entsprechend zu belangen“, erklärt Oliver Knuf, Leiter des Sachgebietes Ordnung.

Der Leiter des Sachgebietes Ordnung Oliver Knuf (links) und der für die Entsorgung zuständige Sachbearbeiter Klaus Müller wollen das Verhalten einiger Kiersper bei der Abfallentsorgung nicht mehr tatenlos hinnehmen.

Das sei für ihn nicht nur eine Frage des Rechts sondern auch der Fairness. „Denn letztlich müssen die Steuerzahler und auch die, die ihren Grünschnitt ordnungsgemäß abgeben, für die anderen mitbezahlen“, sagt Knuf. Er warnt auch davor, die Gartenabfälle an anderer Stelle abzukippen: „Wir werden in Zukunft auch den Zeltplatz Auf der Gathe und andere bekannte Ablageplätze stärker im Auge behalten.Fehlverhalten kann da empfindliche Strafen nach sich ziehen.“

Konkreter wird er an dieser Stelle nicht. Dafür aber bei den Summen, mit denen Ordnungswidrigkeiten bei Verstößen gegen die Satzung, in denen die Sperrmüllentsorgung geregelt ist, geahndet werden. Bis zu 2500 Euro können diese kosten. Beispielsweise dann, wenn der Sperrmüll bereits Tage oder Wochen vor dem vereinbarten Termin an der Straße gelagert wird. Knuf: „Die Ablage ist nur an dem Werktag vor dem Abholtermin erlaubt.“ Doch diese verfrühte Ablage ist nur ein Aspekt der Probleme, die sich aus der Entsorgung sperriger Abfälle – wie der Sperrmüll im Amtsdeutsch heißt – ergeben.

Müller führt aus, dass man in der Vergangenheit monatlich rund 120 bis 125 Tonnen Sperrmüll entsorgt habe, in den vergangenen vier Monaten seien die Mengen aber auf mehr als 150 Tonnen angestiegen. Dadurch würden natürlich auch die Kosten steigen, die das Entsorgungsunternehmen der Kommune in Rechnung stelle.

Nur noch begrenzt kostenfreie Sperrmüllabholung

„Die Kosten werden aber auch dadurch in die Höhe getrieben, dass manche Kiersper mehr als 30 Mal im Jahr ihren Sperrmüll abholen lassen. Manchmal steht dann nur ein Stuhl an der Straße. Doch auch für diesen muss der Entsorgungsbetrieb mit dem Wagen und entsprechendem Personal kommen“, führt Müller aus. Er erzählt von einem Kiersper, der alleine in diesem Jahr 22 Entsorgungsfahrten angemeldet habe.

Derzeit wird in der Verwaltung laut darüber nachgedacht, jedem Haushalt nur noch eine bestimmte Zahl an Abfuhren ohne weitere Kosten zu ermöglichen. Knuf nutzt das Gespräch mit der Zeitung aber auch, um an die Kiersper zu appellieren, genauer auf die Trennung zu achten: „Da landet auch schon mal Bauschutt nach einer Haussanierung beim Sperrmüll, wir hatten aber auch schon mal eine ganze Scheune, die in Einzelteilen an der Straße lag.“

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