Freifunk: 103 Router versorgen Internetnutzer

+
Svenja Kelm und Andreas Wieland sind mit dem bisherigen Ausbau des Freifunks in Kierspe sehr zufrieden. Trotzdem werben die beiden dafür, dass sich noch mehr Kiersper beteiligen und einen Teil ihrer Internet-Bandbreite abgeben.

Kierspe - Wäre die Internetanbindung Kierspes allgemein besser, die Volmestadt wäre ein Dorado für alle, die per WLAN kostenlos ins Netz möchten. Denn nach nicht einmal eineinhalb Jahren stehen mehr als 100 Freifunk-Router in Kierspe und versorgen vor allem Surfer an den beiden Hauptverkehrsstraßen.

„In dieser Woche haben wir den 103. Freifunk-Router aufgestellt. Damit sind wir sehr zufrieden, aber längst noch nicht am Ende des Ausbaus“, erklärt Svenja Kelm, Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins Kierspe.

Nicht einmal eineinhalb Jahre ist es her, dass die Initiative Freifunk auch in Kierspe Fuß fasste und damit begann – getragen vom Stadtmarketing – die ersten Router aufzustellen. Mittlerweile hat der Kiersper Verein rund 70 Router finanziert und die anderen zu einem sehr günstigen Preis an Geschäftsleute abgegeben, damit das Netz möglichst schnell wachsen konnte. Auch wenn es sowohl an der Kölner Straße als auch an der Friedrich-Ebert-Straße noch Lücken gibt, ist die Versorgung vor allem dort, wo sich viele Menschen aufhalten, gut. So zumindest schildert es Andreas Wieland, der die technische Seite des Projekts in Kierspe nahezu alleine betreut.

„In Zusammenarbeit mit dem Verein Menschen helfen konnten wir auch etliche Wohnungen, in denen Flüchtlinge leben, mit dem kostenlosen WLAN versorgen und ihnen so einen Zugang zu den sozialen Netzwerken ermöglichen, die für viele die einzige Brücke zu Freunden und Familie darstellen“, freut sich Wieland.

An Bushaltestellen, am Fachmarktzentrum und im Rathaus gratis ins Internet

Doch auch an Bushaltestellen, im Bereich des Fachmarktzentrums, in den Teilen des Rathauses, in denen Publikumsverkehr herrscht oder auch im Autohaus Knabe können Besitzer von WLAN-fähigen Endgeräten – meist Smartphons – kostenlos surfen. Wieland: „Auch wenn die Geschwindigkeit aufgrund verbesserter Technik zugenommen hat, ist die grundsätzliche Anbindung ans Internet in Kierspe nicht gut, an manchen Stellen ist sie sogar so schlecht, dass wir auf die Aufstellung von Freifunk-Routern verzichten müssen, obwohl wir Standorte angeboten bekommen.“

Trotz dieser Einschränkung sind die Freifunker und damit auch der Stadtmarketingverein sehr erfolgreich, denn täglich nutzen rund 200 bis 300 Menschen das Angebot, wobei die Zahlen für Kierspe nicht alleine ermittelt werden können, weil die Router in Kierspe und Balve aus technischen Gründen gemeinsam gezählt werden. Allerdings stehen in Balve sehr viel weniger Router.

Auch nach der Gesetzesänderung zur Störerhaftung hält Wieland den Freifunk keineswegs für ein Auslaufmodell: „Nach meinem Kenntnisstand dürfen die Besitzer von Routern diese auch weiterhin nicht ohne weiteres öffentlich zugänglich machen, da nur die wenigsten Router-Besitzer einen Provider-Status haben. Letztlich werden wohl die Gerichte für Klarheit sorgen müssen. Beim Freifunk ist das anders. Dieser hat den Status eines Providers und aufgrund der Technik tauchen die IP-Adressen der Menschen, die uns Zugang gewähren, gar nicht auf.“

Kiersper, die sich beteiligen möchten, können sich an Svenja Kelm unter der Rufnummer 0 23 59/ 66 11 40 wenden oder ihr eine Mail unter stadtmarketing@kierspe.de schreiben.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare