Lärmaktionsplanung: Kiersper sagen, was sie stört

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Das Land NRW und die EU haben die Stadt Kierspe beauftragt, die Bürger über Lärmbelastung zu befragen. Das Ergebnis zeigt, dass vor allem der Straßenverkehr die Anwohner belastet.

Kierspe - Die EU und das Land Nordrhein-Westfalen haben die Städte und Gemeinden beauftragt, Informationen über die Lärmbelastung die Bürger zu sammeln. So hatten auch die Kiersper im Mai die Möglichkeit, störenden Lärm bei der Stadtverwaltung zu melden.

Die Ergebnisse dieser Aktion wurden nun auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht. Bereits im Vorfeld hatte das Land eine Auflistung von Straßen erstellt, die im Stadtgebiet besonders lärmbelastet sind. Dort aufgeführt sind die Kölner-, die Friedrich-Ebert- sowie die Volmestraße (B 54). Die Lärmaktionsplanung nimmt damit nur Bezug auf Straßen, die im Verantwortungsbereich des Landes oder Bundes liegen. Dennoch nutzten einige Bürger die Gelegenheit, um auch Lärmbelastungen an kommunalen Straßen aufzuzeigen und auch Lösungsvorschläge anzugeben. 13 Einreichungen wurden in Folge dessen gemacht.

Unter anderem erhielt die Stadtverwaltung die Stellungnahme einiger Einwohner am Lerchenweg, die sich im unmittelbaren Kreuzungsbereich der Heerstraße (L 528) besonders an den Wochenenden und an den Feiertagen trotz Tempolimit 70 Kilometer pro Stunde „extrem lautem Lärm durch vorbeifahrende Motorräder“ ausgesetzt fühlen.

Durchfahrverbot für Motorräder

Der Vorschlag der Bürger: „Durchfahrverbot für Motorräder an Wochenenden und Feiertagen und grundsätzlich weiter reduziertes Tempolimit mit vermehrten Kontrollen, gegebenenfalls auch gezielte Fahrbahnverengung und -verschwenkung“. Von Pkw und Kleinlieferwagen gehe wegen der deutlich überhöhten Geschwindigkeit nicht nur eine erhöhte Unfallgefahr aus, sondern es erhöhe sich auch der Lärmpegel erheblich, schildern die Anwohner.

Als gesonderten Aspekt führen die Bürger am Lerchenweg eine Lärmbelastung durch Flugverkehr vom Sonderlandeplatz Meinerzhagen auf. Bei guter Wetterlage sei der mehrstündige bis annähernd ganztägige Rundflugbetrieb in niedriger Flughöhe außerordentlich belastend. Hierzu schlagen die Anwohner vor, ein deutlich eingeschränktes Zeitfenster für den Flugbetrieb, eine größere Flughöhe und ein erweitertes Überflugverbot für bestimmte Stadtgebiete einzurichten.

Lkw "donnern" über lockere Gullydeckel

Am Hammerkamp stört die Anwohner nicht so sehr der „normale tägliche Verkehrswahnsinn, der sich stetig durch die Kölner Straße zwängt“. Vielmehr ärgert sie die Lärmbelastung durch Lkw, die nachts mit überhöhter Geschwindigkeit über nicht fachgerecht verlegte Kanaldeckel „donnern“.

Auch aufgemotzte Autos, die in der Nacht mit überhöhter Geschwindigkeit und hoher Geräuschkulisse die Kölner Straße befahren, seien ein Störfaktor: „Durch das Echo im Viadukt verstärkt sich der Lärm zusätzlich. Das gilt auch für einige Motorradfahrer, speziell Cross-Maschinen. Ebenso meinen einige Verkehrsteilnehmer mit aufheulende Motoren und quietschende Reifen den Busbahnhof nachts als Slalomstrecke missbrauchen zu müssen. Dadurch ist oft der nächtliche Schlaf vorbei.“

Zur Abhilfe gab es die Vorschläge, die abgesenkten Kanaldeckel auf Fahrbahnhöhe anzuheben, die Einrichtung einer Tempo-30-Zone von der Kreuzung (B 54) bis in Höhe Hagebaumarkt, um den Verkehr zu beruhigen und eine Überwachung des Verkehrs durch Polizei und Ordnungsamt – auch nachts und an Wochenenden – sowie den Bau einer Umgehungsstraße.

Anwohner in „Ruheoase“ gestört

Auch Anwohner des Uhlandwegs haben zum Thema Lärm Stellung bezogen. „Direkt an einem hinteren Grundstück verläuft die ausgebaute K2 (Rönsahl) parallel zum Uhlandweg. Der Ausbau verleitet den Verkehr auch innerorts zu starker Beschleunigung und überhöhter Geschwindigkeit in beide Fahrtrichtungen mit entsprechender Lärmentwicklung – insbesondere durch Krafträder am Wochenende“, schreiben die Bürger, die als Abhilfe ein kontrolliertes Tempo 30 im Ort und 50 außerorts vorschlagen.

Auch an der Pulverstraße, an der K2 und weiter an der K3 sei die Lärmbelästigung gerade an Wochenenden oder Feiertagen durch Motorräder und durch Autofahrer teilweise unerträglich. Eine Nutzung des „Gartens als Ruheoase“ sei dadurch gerade im Frühling und im Sommer kaum möglich.

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