Personalengpass in Stadtverwaltung bleibt aus

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Um einen Personalengpass zu verhindern, setzt die Stadtverwaltung auf eine gezielte „Nachwuchsplanung“.

Kierspe - Unter dem Stichwort „Demografischer Wandeln“ werden reihenweise Krisenszenarien heraufbeschworen. So auch im Bezug auf die Altersstruktur in vielen Kommunalverwaltungen in Nordrhein-Westfalen. In Kierspe machen sich die Verantwortlichen darüber keine Sorgen.

Laut einer Studie, die die Bertelsmann-Stiftung in der vergangenen Woche veröffentlicht hat, droht vielen Städten und Gemeinden ein Personalengpass. Aus dem vorgelegten Zahlenwerk ist zu entnehmen, dass in 2014 rund 25 Prozent der städtischen Beschäftigen 55 Jahre oder älter waren. Dem gegenüber standen nur rund zwölf Prozent an Mitarbeitern, die nicht älter als 30 Jahre waren.

Grundsätzlich gut in Sachen Personal aufgestellt sieht sich hingegen die heimische Stadtverwaltung. „Wir haben Gott sei Dank einen guten Altersdurchschnitt in der Belegschaft“, erklärt Personalleiterin Ute Kemper auf Anfrage der MZ. Zum Stichtag 1. Juli 2015 waren 27 Prozent der städtischen Mitarbeiter in Kierspe zwischen 18 und 39 Jahre alt, zwischen 40 und 49 Jahre lag der Prozentsatz bei 30. Ältere Mitarbeiter, zwischen 50 und 59 sowie älter als 60 Jahre, nahmen 38 beziehungsweise fünf Prozent der Gesamtbeschäftigten ein. Die Zahlen umfassen alle Mitarbeiter der Stadt Kierspe – vom Bauhof über die Schulsekretariate bis hin zu den Schulhausmeistern.

Frühzeitig Nachwuchs bei Pensionierungen

Angesichts dieser Zahlen könne man nicht von einem großen Bedarf innerhalb der Kiersper Stadtverwaltung sprechen, sagt Kemper. Wegen der Altersentwicklung sieht die Stiftung die Leistungsfähigkeit der Stadtverwaltungen gefährdet. Zudem befürchten die Statistiker einen Wissensverlust, wenn erfahrene Mitarbeiter in Rente gehen. „Wir bemühen uns, bei Pensionierungen frühzeitig Nachwuchs an die entsprechenden Stellen zu bringen“, sagt Kemper.

Die Stadt versuche nach Möglichkeit die jungen und älteren Beschäftigten zwei bis drei Monate miteinander arbeiten zu lassen, um so zu gewährleisten, dass das Wissen weitergegeben wird. „Das hat bisher gut geklappt. In der Regel hören bei uns die Beschäftigen mit 65 Jahren auf zu arbeiten. Viele wollen nicht mit Abschlägen in Rente gehen.“ Somit bleibe genug Zeit zum Erfahrungsaustausch mit den Nachfolgern.

Bedarfsorientierte Ausschreibungen

Schwierigkeiten, die freiwerdenen Stellen neu zu besetzen, habe man wegen entsprechender Nachwuchsarbeit in Kierspe nicht, versichert Kemper. „Wir versuchen alle zwei Jahre jemanden einzustellen. Im Schnitt kommen pro Bewerbungsphase zwischen 40 und 50 Bewerbungen im Rathaus an. Früher haben wir über dem Bedarf ausgebildet, heute stellen wir bedarfsorientiert ein und schauen, wo wir entsprechend ausbilden.“

In einem Konkurrenzkampf mit strukturstärkeren Kommunen, wie es die Stiftung schildert, sieht sich die Stadtverwaltung nicht. „Der aufgezeigte Wettbewerb zwischen Städten mit unterschiedlichen Haushaltslagen ist bei uns nicht vorhanden. Mir ist bislang noch kein Bewerber abgesprungen, nur weil er ein besseres Angebot in der Umgebung bekommen hat.“ Die Personalleiterin weiter: „Ich denke, dass so ein Wettstreit zwischen kleinerer Kommunen hier in der Region kein Problem ist.“

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